Das archäologische Ausgrabungsgebiet von Cauria
Wuchtige Dolmen und trutzige Menhire
Die Menhir-Reihen von Rinaiu (Renaghju) und Stantari sowie der wuchtige Steintisch von Fontanaccia machen die Hochebene von Cauria zu einem riesigen frühgeschichtlichen Freiluftmuseum südlich von Sartène.
Die mehr als zwanzig großen Steinsäulen von Santari, in Reih und Glied aufgestellt, gehören zu den wichtigsten Zeugen der Neusteinzeit auf Korsika: Einige Menhire, die der Bronzezeit von 2300 bis 1700 vor Christus zugerechnet werden, sind fast drei Meter hoch, zeigen Gesichter und angedeutete Arme und Hände und sind in Richtung Osten ausgerichtet. Vielleicht sollen sie mächtige Krieger der geheimnisvollen Torreaner-Kultur darstellen, die um 1600 vor Christus den Süden Korsikas unsicher machten und um die 900 auf der ganzen Insel verstreute Menhire hinterließen. Manche der wuchtigen Säulen gelten aufgrund ihrer Form sogar als Phallus und damit als Symbol für Fruchtbarkeit.
Die aufrechten Steinsäulen markierten aber auch wichtige Handelswege, Flüsse, oder wie in Cauria, Quellen. Wer im Sommer, wenn eine sengende Hitze über den trockenen Felden der Cauria-Hochebene liegt, an die Ausgrabungsstelle kommt, versteht, weshalb die Wasserstellen hier so bedeutend waren. Viel mehr über die soziale, kulturelle oder symbolische Funktion der seltsamen Steinsäulen wissen aber auch Forscher nicht. 
Nur 300 Meter weiter befindet sich die Fundstätte von Rinaiu. Sie liegt in einem kleinen schattigen Steineichenwald und besteht aus einer Unzahl von Menhiren, die zum Teil aus der Zeit um 4500 bzw. 3000 vor Christus stammen und damit viel älter als die Statuen von Santari sind. Sie sind in mehreren präzisen Reihen von Nord nach Süd angelegt - wer durch die verwitterten, von gelben, grünem und grauem Moos bewachsenen Monolithe wandert, könnte hier eine steinzeitliche Sonnenuhr oder eine astronomische Messstation vermuten. Diese Theorie konnten Forscher bisher jedoch weder belegen noch verwerfen. 
Das dritte archäologische Highlight von Cauria ist der Steintisch Fontanaccia. Er steht einsam auf der Hochebene und ist schon von weitem zu erkennen. Allein die Deckenplatte des eindrucksvollen Steinmonuments wiegt mehr als drei Tonnen, der Grabraum ist mehr als vier Quadratmeter groß. Fontanaccia zählt zu den schönsten und am besten erhaltenen Zeugnissen der Megalithkultur auf Korsika. Wer hier begraben wurde, musste von großer Bedeutung für die vorzeitlichen Korsen sein. Mehr weiß man über das Grab aus riesigen Granitplatten nicht, deshalb ranken sich viele Geschichten und Legenden darum. Die Bauern der Gegend, die Fontanaccia einst als Unterschlupf bei Sturm und Regen nutzten, nannten Fontanaccia auch A Stazzona di u Diavulu – Die Schmiede des Teufels
Die Fundstätten von Cauria wurden in den 1860-er Jahren erstmals ausgegraben und sind seither Wind und Wetter ausgesetzt. Pläne sehen deswegen vor, die langsam verwitternden Menhire ins Museum nach Sartène zu schaffen und an ihrem Fundort originalgetreue Kopien zu errichten. 
 
Die Fundstätten liegen südlich von Sartène in einer kaum besiedelten Ecke Korsikas und sind von der Nationalstraße N196 von Bonifacio nach Sartène ausgeschildert. Sie sind frei zugänglich und von einem Parkplatz aus in wenigen Minuten Fußmarsch zu erreichen.
 
Timo Lutz
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