Die Melancholie der Berge
Korsika-Krimi aus der Bergwelt der Balagne
Gudrun Pollmann: Die Melancholie der Berge, Korsika Krimi, Verlag DeBehr, Radeberg, Februar 2015.

Als Pasquin Spinosi in einem Krankenhaus in Calvi nach einem Unfall aus dem Koma erwacht, ist seine Frau Josette für ihn eine Fremde und die Erinnerung an sein bisheriges Leben gelöscht. Als Josette ihn mitnimmt in ihre schäbige, abgeschiedene Behausung ohne Strom und fließend Wasser in der einsamen Bergwelt der Balagne, ist Pasquin geschockt und von einer unheilvollen Ahnung erfasst. Ein Name, Ribert Cassel, bedrängt seine Seele und er hat nur noch einen Wunsch: zu wissen, wer er wirklich ist. Josette schweigt sich über das Thema aus und Pasquin muss eigene Nachforschungen über seine wahre Identität betreiben. Als Josette ein Kind erwartet, bedrängt er sie die Einsamkeit der Berge zu verlassen und in die Stadt zu ziehen. Ein Gefühl sagt ihm, dass dies der Ansatzpunkt ist, mehr über sich herauszufinden. Doch er weiß noch nicht, dass das nicht geht, da er ein gesuchter Bombenleger und Mörder ist.
"Die Melanchonie der Berge" ist kein Krimi im klassischen Sinn. Eher eine komplizierte, verstrickte Liebesgeschichte, in der es um Erniedrigung, Verachtung und Leidenschaft in ihrer dunkelsten Form geht. In diesem Buch gibt es kein romantisches Liebespaar, alle Charaktere sind auf ihre Weise tiefgründig und düster - Pasquin, der gewalttätig und launenhaft ist, Josette, die sich wegen ihrer Naivität ausnutzen und demütigen lässt, Ribert, der viel zu verwöhnt ist, um der Realität ins Auge zu sehen. Sie sind gefangen in Hoffnungen, Selbsttäuschungen und Illusionen, die nicht erfüllt werden.
Nach und nach setzt sich aus den Gedanken Pasquins, aus Rückblenden und Dialogen eine traurige Geschichte zusammen, die sich in der Einsamkeit zwischen all der atemberaubenden Natur eine eigene Welt geschaffen hat. Absolut lesenswert!

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