{"version":"1.1","schema_version":"1.1.0","plugin_version":"1.1.2","url":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/","llm_html_url":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/llm","llm_json_url":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/llm.json","manifest_url":"https://korsika.fr/llm-endpoints-manifest.json","language":"de","locale":"de_DE","title":"Printmenu menuid 207","site":{"name":"Korsika.fr - Reisemagazin und Korsika-Portal für den perfekten Urlaub auf der Insel der Schönheit","url":"https://korsika.fr/"},"author":{"id":0,"name":"","url":"https://korsika.fr/author/"},"published_at":"2021-01-19T17:01:03+00:00","modified_at":"2026-05-01T15:35:00+00:00","word_count":1736,"reading_time_seconds":521,"summary":"Le Carnaval en Corse – die närrischen Tage auf Korsika Verr&uuml;ckte Verkleidungen, schrille Masken, tolle Rhythmen, knallbunte Tanzgruppen, n&auml;rrische Karren &ndash; Fasching, Karneval oder Fastnacht gibt es nicht nur in Nizza, K&ouml;ln, Venedig und Rio de Janeiro sondern auch auf Korsika. 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Allerdings auf ganz eigene Art.&nbsp;&nbsp;Nur in ganz wenigen Orten, wie zum Beispiel in Sart&egrave;ne und Corte, geh&ouml;rt der Karneval zur Geschichte der Stadt. In den meisten Gemeinden der Insel ist Fasching einfach kein Thema &ndash; hier wird er nur von&nbsp;Kindern in der Schule und nicht &ouml;ffentlich gefeiert. Den Sart&egrave;ner Karneval gibt es mindestens seit dem Jahr 1930. Aber erst Anfang 2000 entwickelte er sich zu dem, was er heute ist: N&auml;rrische Stimmung, schrille Kost&uuml;me und faszinierende Faschingsumz&uuml;ge. Damals beeinflussten Brauchtum und Kultur die Feierlichkeiten stark. 2001 wurde das Festkomitee &bdquo;Association Sarten&rsquo;Allegria&ldquo; gegr&uuml;ndet und der Karneval so organisiert, wie ihn das 3000-Seelen-St&auml;dtchen an der S&uuml;dwestk&uuml;ste heute feiert.W&auml;hrend der Fasching weltweit vor der 40-t&auml;gigen Fastenzeit beginnt, feiert man in Sart&egrave;ne die f&uuml;nfte Jahreszeit allj&auml;hrlich erst Ende April Anfang Mai. Eine Idee, die vor allem Urlauber und G&auml;ste anlocken soll, von denen es Anfang des Jahres auf der Insel noch nicht so viele gibt.Im Inland, in Corte haben sich im Lauf der 1960er Jahre eigene Masken und Fastnachtsbr&auml;uche entwickelt, doch erst seit 1992, seitdem mehr Gelder f&uuml;r die tollen Tage zur Verf&uuml;gung stehen, geh&ouml;ren Karrenumz&uuml;ge und grelle Faschingsumz&uuml;ge wieder zur Tradition des St&auml;dtchens im Herzen der Insel. Faszinierend ist hier die Maske des B&auml;ren. Das pelzige Tier ist das Wahrzeichen der Universit&auml;tsstadt und wird zur Fastnacht zum Faschingsprinzen gew&auml;hlt. Damit regiert der &bdquo;ours&ldquo; von Donnerstag bis Faschingsdienstag &uuml;ber das Narrenvolk. Mittlerweile wird auch in Speloncato in der Balagne und in Furiani bei Bastia die n&auml;rrische Zeit gefeiert, auch wenn sie dort keine lange Tradition hat. Das Wort &bdquo;carnaval&ldquo; kommt wahrscheinlich aus den lateinischen W&ouml;rtern &quot;carnis&quot; und &quot;elevare&quot;, was soviel wie &quot;Fleisch lebewohl&quot; bedeutet. Damit ist die 40-t&auml;gige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zwischen dem Dreik&ouml;nigstag am 6. Januar und Ostern gemeint. Da katholische Christen in dieser Zeit kein Fleisch essen d&uuml;rfen, wollte man fr&uuml;her vor dem Fasten noch einmal ausgiebig essen, trinken und feiern.\n\n\n\n\n\n\n\t\t\t\tGranitula – Das nordkorsische Karfreitagsritual\n\t\t\t\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nEine der wichtigsten religi&ouml;sen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Er geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zur&uuml;ck, die der korsische Klerus in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet hat. Die bekanntesten Granitula finden in Calvi, Pietricaggio, Corte und Erbalunga statt. Bei dem Tanz vor der Kirche drehen sich die Teilnehmer zun&auml;chst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralf&ouml;rmig wieder aufl&ouml;st. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Ges&auml;ngen. Besonders anspruchsvoll ist der Granitula in Calvi, wo er von den Br&uuml;derschaften von Saint-Antoine l&#39;Abb&eacute; und Saint Erasme gemeinsam mit den B&uuml;rgern der Stadt begangen wird. Der Granitula wird hier n&auml;mlich in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft f&uuml;hrt eine Gruppe an. In Pietricaggio wird die Granitula gleich vor allen Kirchen des Ortes aufgef&uuml;hrt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen. Eine weitere Variante des Granitula gibt es in Casamaccioli in Zentral-Korsika: Hier wurde der Tanz in eine Madonnenzeremonie umgedeutet. Jedes Jahr am 8. September zum Fest Mari&auml; Geburt wird der Madonnenstatue des Dorfes mit einem Granitula gehuldigt. \n\n\n\n\n\n\n\t\t\t\tOstern auf Korsika – zwischen Aberglauben, mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen und fröhlichen Osterfeierlichkeiten\n\t\t\t\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nOstern ist das h&ouml;chste Fest im Kirchenjahr. Die Korsen nennen es &quot;pasqua&quot; und feiern die Karwoche mit mittelalterlichen Traditionen und die Osterfeiertage mit leckeren Spezialit&auml;ten. Nat&uuml;rlich darf auch ein wenig Aberglaube nicht fehlen. Wer am Gr&uuml;ndonnerstag ein paar Kastanien in der Tasche tr&auml;gt und sie segnen l&auml;sst, der wird von Krankheiten geheilt. Auf den mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen, die zum Beispiel durch Sart&egrave;ne und Calvi ziehen, wird das Leiden Christi nachgestellt &#8211; und am Wegesrand sammeln die B&auml;uerinnen des Dorfes Rosmarinzweige, die in den traditionellen Karfreitagsrezepten verwandt werden: Kichererbsensuppe mit Knoblauch, Lasagne, oder im typisch Karfreitagsgericht, dem Kabeljau. Im mittelalterlichen Korsika war der gesalzte und getrocknete baccal&aacute; war der einzige Fisch, der so konserviert unbesch&auml;digt bis in die hohen verschneiten Berge und tiefen, abgeschiedenen T&auml;ler der Insel transportiert werden konnte. So ist diese Fischkonserve auch heute nicht vom korsischen Karfreitagstisch wegzudenken.Auf die traditionellen Karfreitagsriten sind die Korsen besonders stolz. In Sart&egrave;ne tr&auml;gt ein rotgekleideter B&uuml;&szlig;er bei der B&uuml;&szlig;erprozession &quot;U Catenacciu&quot; barfuss eine schwere Kette und ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Stadt. Am Cap Corse ist der Kreuzweg gleich 14 Kilometer lang: die &ldquo;Procession de la Cerca&ldquo; f&uuml;hrt an zw&ouml;lf Kirchen und Kapellen entlang durch Erbalunga, Castello, Poretto und Pozzo.Am Ostersonntag&nbsp;ist die Zeit der d&uuml;steren mittelalterlichen Aufm&auml;rsche vorbei. Die Auferstehung Christi wird vor allem kulinarisch gefeiert: Mit Osterlamm und dem traditionellen kronenf&ouml;rmigen Osterbrot &quot;Cacavelli&quot;, in dessen s&uuml;&szlig;en Hefeteig&nbsp;ganze Eier eingebacken werden. Am Ostermontag&nbsp;geht es&nbsp;mit der Familie auf die Felder und in die duftende Maquis zum Picknick und tankt mitten in der Natur Energie f&uuml;r den kommenden Fr&uuml;hling.Getrennte Osterprozessionen &ndash; eine katholische in der &Egrave;glise Sainte Marie de l&rsquo;Assomption und eine griechisch-orthodoxe in der Kirche Saint Spiridon finden im westkorsischen Carg&egrave;se statt. Denn der Ort am Meer wurde von griechischen Auswanderern im 17. Jahrhundert gegr&uuml;ndet und noch heute werden hier die traditionellen orthodoxen Feste gefeiert. Nur eines eint die Katholiken und orthodoxen Christen in Carg&egrave;se: Das korsische Ostermontagspicknick wird gemeinsam begangen.\n\n\n\n\n\n\n\t\t\t\tPianello ehrt und feiert den Dominikanermönch Saint Vincent Ferrier alljährlich im August\n\t\t\t\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nNur wenige Kilometer von der wundersch&ouml;nen Costa Serena entfernt thront die Ortschaft Pianello in 810 Metern H&ouml;he &uuml;ber der Ostk&uuml;ste Korsikas. Das Dorf z&auml;hlt zu den h&ouml;chstgelegenen Ortschaften zwischen der bewaldeten Castagniccia, der endlos weiten Plaine Orientale und dem malerischen Bozio. Die Menschen in Pianello haben das Gebiet inmitten von Eichen, Kastanienb&auml;umen und duftender Macchia &uuml;ber Jahrhunderte intensiv genutzt, vorwiegend f&uuml;r die Almwirtschaft, heute auch f&uuml;r Sport und Tourismus. Jedes Jahr im August findet hier ein Fest zu Ehren des Heiligen Vincent Ferrer statt. Am 20. August pilgern die Dorfbewohner allj&auml;hrlich zu einer kleinen Kapelle mitten in den Bergen, etwa eine dreiviertel Stunde Fu&szlig;marsch von Pianello entfernt, um den Dominikanerm&ouml;nch zu ehren. Der katalanische Missionar wurde 1350 im spanischen Valencia geboren und starb 1419 in Vannes (Bretagne). Bekanntheit erlangte der Massenprediger vor allem, weil er von 1395 bis 1398 der Vertraute und Beichtvater von Papst Benedikt XIII in Avignon war. Durch eine Vision w&auml;hrend einer schweren Krankheit sah er sich zum wandernden Prediger berufen. Seine Aufgabe war vortan die Verk&uuml;ndigung des Glaubens. Seine Kanonisierung erfolgte 1455 durch Papst Calixtus III. Bewegende Ges&auml;nge, rituelle Brotweihen, religi&ouml;se Festz&uuml;ge, strahlende Pilger, prominente Geistliche und eine feierliche Versteigerung der Prozessionsfahne sorgen jedes Jahr f&uuml;r ein besonderes Fest in der Waldkapelle von Pianello: vor Gl&auml;ubigen und G&auml;sten aus aller Welt wird die Messe zu Ehren des Heiligen Vinzenz Ferrer zelebriert. H&ouml;hepunkt der Feier ist die Versteigerung der Prozessionsfahne. In Windeseile wird der Betrag so hoch wie m&ouml;glich getrieben. Der H&ouml;chstbietende darf die Prozessionsfahne schlie&szlig;lich einer Dame seiner Wahl anvertrauen, die sie w&auml;hrend des Umzuges tr&auml;gt. Ihre Angeh&ouml;rigen und ihre Familie stehen im kommenden Jahr unter dem Schutz des Heiligen. Nach der feierlichen Messe und dem festlichen Umzug sitzen Dorfbewohner, G&auml;ste und Wanderer noch bis in die sp&auml;ten Abendstunden zusammen am Fluss Bravone. Zur Feier des Tages gibt es lokale K&ouml;stlichkeiten wie Krapfen mit korsischem K&auml;se, Mangoldtaschen, Fleischspezialit&auml;ten, frisch gebackenes Brot, korsisches Bier und vieles mehr. \n\n\n\n\n\n\n\t\t\t\tWeihnachtstraditionen: Wie wird das Christfest auf Korsika gefeiert\n\t\t\t\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\nKorsika hat einige wenige inseltypische Weihnachtstraditionen. Weihnachtsmann oder &bdquo;P&egrave;re No&euml;l&ldquo; und die in Frankreich weitverbreitete Weihnachtskrippe &bdquo;La cr&egrave;che familiale&ldquo; haben erst in den letzten Jahrzehnten auf der Insel Einzug gehalten. Alte Inselriten rund um das korsische Weihnachtsfeuer &bdquo;Rocchiu&ldquo; hingegen stammen aus dem 17.Jahrhundert und leben auch heute noch in einigen D&ouml;rfern Korsikas fort. Am Morgen des 24. Dezember sammeln die Kinder des Dorfes auf den Feldern und in den G&auml;rten Holzscheite, alte Zaunpfosten und Pf&auml;hle und ziehen sie in B&uuml;ndeln durch die Gassen. Dabei rufen Sie &bdquo;Au Rocchiu&ldquo; und sch&uuml;tten das Holz zu einem gro&szlig;en Meiler vor der Dorfkirche auf. Am Heiligabend wird der Holzsto&szlig; entz&uuml;ndet und zum Ende der Christmette darf jeder Dorfbewohner die Glut des Feuers zu sich nach Hause nehmen, um das Kaminfeuer zu entfachen. Das Rocciu-Feuer sollte das Haus vor Ungl&uuml;ck und Krankheit sch&uuml;tzen. Weit verbreitet ist ein weiterer Aberglaube: In der Heiligen Nacht werden im Kamin oder einer extra daf&uuml;r eingerichteten Feuerstelle genauso viele Holzscheite entz&uuml;ndet, wie Bewohner in dem Hause leben. Vergisst man einen Holzscheit, so drohe der Familie im kommenden Jahr ein Trauerfall, so die &Uuml;berlieferung. Aber auch der Gedanke an Friede und Vers&ouml;hnung spielt in der korsischen Weihnachtstradition eine wichtige Rolle: Der Heiligabend war zu Zeiten der Blutrache &bdquo;Vendetta&ldquo; die traditionelle Gelegenheit f&uuml;r verfeindete Familien, Frieden zu schlie&szlig;en. \n\n\n\n\n\n\n\n\t\t\t\t\t\t&copy; www.korsika.fr &#8211; Feste und Folklore &#8211; 21.03.2013","paragraphs":["Le Carnaval en Corse – die närrischen Tage auf Korsika","Verr&uuml;ckte Verkleidungen, schrille Masken, tolle Rhythmen, knallbunte Tanzgruppen, n&auml;rrische Karren &ndash; Fasching, Karneval oder Fastnacht gibt es nicht nur in Nizza, K&ouml;ln, Venedig und Rio de Janeiro sondern auch auf Korsika. Allerdings auf ganz eigene Art.&nbsp;&nbsp;Nur in ganz wenigen Orten, wie zum Beispiel in Sart&egrave;ne und Corte, geh&ouml;rt der Karneval zur Geschichte der Stadt. In den meisten Gemeinden der Insel ist Fasching einfach kein Thema &ndash; hier wird er nur von&nbsp;Kindern in der Schule und nicht &ouml;ffentlich gefeiert. Den Sart&egrave;ner Karneval gibt es mindestens seit dem Jahr 1930. Aber erst Anfang 2000 entwickelte er sich zu dem, was er heute ist: N&auml;rrische Stimmung, schrille Kost&uuml;me und faszinierende Faschingsumz&uuml;ge. Damals beeinflussten Brauchtum und Kultur die Feierlichkeiten stark. 2001 wurde das Festkomitee &bdquo;Association Sarten&rsquo;Allegria&ldquo; gegr&uuml;ndet und der Karneval so organisiert, wie ihn das 3000-Seelen-St&auml;dtchen an der S&uuml;dwestk&uuml;ste heute feiert.W&auml;hrend der Fasching weltweit vor der 40-t&auml;gigen Fastenzeit beginnt, feiert man in Sart&egrave;ne die f&uuml;nfte Jahreszeit allj&auml;hrlich erst Ende April Anfang Mai. Eine Idee, die vor allem Urlauber und G&auml;ste anlocken soll, von denen es Anfang des Jahres auf der Insel noch nicht so viele gibt.Im Inland, in Corte haben sich im Lauf der 1960er Jahre eigene Masken und Fastnachtsbr&auml;uche entwickelt, doch erst seit 1992, seitdem mehr Gelder f&uuml;r die tollen Tage zur Verf&uuml;gung stehen, geh&ouml;ren Karrenumz&uuml;ge und grelle Faschingsumz&uuml;ge wieder zur Tradition des St&auml;dtchens im Herzen der Insel. Faszinierend ist hier die Maske des B&auml;ren. Das pelzige Tier ist das Wahrzeichen der Universit&auml;tsstadt und wird zur Fastnacht zum Faschingsprinzen gew&auml;hlt. Damit regiert der &bdquo;ours&ldquo; von Donnerstag bis Faschingsdienstag &uuml;ber das Narrenvolk. Mittlerweile wird auch in Speloncato in der Balagne und in Furiani bei Bastia die n&auml;rrische Zeit gefeiert, auch wenn sie dort keine lange Tradition hat. Das Wort &bdquo;carnaval&ldquo; kommt wahrscheinlich aus den lateinischen W&ouml;rtern &quot;carnis&quot; und &quot;elevare&quot;, was soviel wie &quot;Fleisch lebewohl&quot; bedeutet. Damit ist die 40-t&auml;gige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zwischen dem Dreik&ouml;nigstag am 6. Januar und Ostern gemeint. Da katholische Christen in dieser Zeit kein Fleisch essen d&uuml;rfen, wollte man fr&uuml;her vor dem Fasten noch einmal ausgiebig essen, trinken und feiern.","Granitula – Das nordkorsische Karfreitagsritual","Eine der wichtigsten religi&ouml;sen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Er geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zur&uuml;ck, die der korsische Klerus in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet hat. Die bekanntesten Granitula finden in Calvi, Pietricaggio, Corte und Erbalunga statt. Bei dem Tanz vor der Kirche drehen sich die Teilnehmer zun&auml;chst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralf&ouml;rmig wieder aufl&ouml;st. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Ges&auml;ngen. Besonders anspruchsvoll ist der Granitula in Calvi, wo er von den Br&uuml;derschaften von Saint-Antoine l&#39;Abb&eacute; und Saint Erasme gemeinsam mit den B&uuml;rgern der Stadt begangen wird. Der Granitula wird hier n&auml;mlich in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft f&uuml;hrt eine Gruppe an. In Pietricaggio wird die Granitula gleich vor allen Kirchen des Ortes aufgef&uuml;hrt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen. Eine weitere Variante des Granitula gibt es in Casamaccioli in Zentral-Korsika: Hier wurde der Tanz in eine Madonnenzeremonie umgedeutet. Jedes Jahr am 8. September zum Fest Mari&auml; Geburt wird der Madonnenstatue des Dorfes mit einem Granitula gehuldigt.","Ostern auf Korsika – zwischen Aberglauben, mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen und fröhlichen Osterfeierlichkeiten","Ostern ist das h&ouml;chste Fest im Kirchenjahr. Die Korsen nennen es &quot;pasqua&quot; und feiern die Karwoche mit mittelalterlichen Traditionen und die Osterfeiertage mit leckeren Spezialit&auml;ten. Nat&uuml;rlich darf auch ein wenig Aberglaube nicht fehlen. Wer am Gr&uuml;ndonnerstag ein paar Kastanien in der Tasche tr&auml;gt und sie segnen l&auml;sst, der wird von Krankheiten geheilt. Auf den mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen, die zum Beispiel durch Sart&egrave;ne und Calvi ziehen, wird das Leiden Christi nachgestellt &#8211; und am Wegesrand sammeln die B&auml;uerinnen des Dorfes Rosmarinzweige, die in den traditionellen Karfreitagsrezepten verwandt werden: Kichererbsensuppe mit Knoblauch, Lasagne, oder im typisch Karfreitagsgericht, dem Kabeljau. Im mittelalterlichen Korsika war der gesalzte und getrocknete baccal&aacute; war der einzige Fisch, der so konserviert unbesch&auml;digt bis in die hohen verschneiten Berge und tiefen, abgeschiedenen T&auml;ler der Insel transportiert werden konnte. So ist diese Fischkonserve auch heute nicht vom korsischen Karfreitagstisch wegzudenken.Auf die traditionellen Karfreitagsriten sind die Korsen besonders stolz. In Sart&egrave;ne tr&auml;gt ein rotgekleideter B&uuml;&szlig;er bei der B&uuml;&szlig;erprozession &quot;U Catenacciu&quot; barfuss eine schwere Kette und ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Stadt. Am Cap Corse ist der Kreuzweg gleich 14 Kilometer lang: die &ldquo;Procession de la Cerca&ldquo; f&uuml;hrt an zw&ouml;lf Kirchen und Kapellen entlang durch Erbalunga, Castello, Poretto und Pozzo.Am Ostersonntag&nbsp;ist die Zeit der d&uuml;steren mittelalterlichen Aufm&auml;rsche vorbei. Die Auferstehung Christi wird vor allem kulinarisch gefeiert: Mit Osterlamm und dem traditionellen kronenf&ouml;rmigen Osterbrot &quot;Cacavelli&quot;, in dessen s&uuml;&szlig;en Hefeteig&nbsp;ganze Eier eingebacken werden. Am Ostermontag&nbsp;geht es&nbsp;mit der Familie auf die Felder und in die duftende Maquis zum Picknick und tankt mitten in der Natur Energie f&uuml;r den kommenden Fr&uuml;hling.Getrennte Osterprozessionen &ndash; eine katholische in der &Egrave;glise Sainte Marie de l&rsquo;Assomption und eine griechisch-orthodoxe in der Kirche Saint Spiridon finden im westkorsischen Carg&egrave;se statt. Denn der Ort am Meer wurde von griechischen Auswanderern im 17. Jahrhundert gegr&uuml;ndet und noch heute werden hier die traditionellen orthodoxen Feste gefeiert. Nur eines eint die Katholiken und orthodoxen Christen in Carg&egrave;se: Das korsische Ostermontagspicknick wird gemeinsam begangen.","Pianello ehrt und feiert den Dominikanermönch Saint Vincent Ferrier alljährlich im August","Nur wenige Kilometer von der wundersch&ouml;nen Costa Serena entfernt thront die Ortschaft Pianello in 810 Metern H&ouml;he &uuml;ber der Ostk&uuml;ste Korsikas. Das Dorf z&auml;hlt zu den h&ouml;chstgelegenen Ortschaften zwischen der bewaldeten Castagniccia, der endlos weiten Plaine Orientale und dem malerischen Bozio. Die Menschen in Pianello haben das Gebiet inmitten von Eichen, Kastanienb&auml;umen und duftender Macchia &uuml;ber Jahrhunderte intensiv genutzt, vorwiegend f&uuml;r die Almwirtschaft, heute auch f&uuml;r Sport und Tourismus. Jedes Jahr im August findet hier ein Fest zu Ehren des Heiligen Vincent Ferrer statt. Am 20. August pilgern die Dorfbewohner allj&auml;hrlich zu einer kleinen Kapelle mitten in den Bergen, etwa eine dreiviertel Stunde Fu&szlig;marsch von Pianello entfernt, um den Dominikanerm&ouml;nch zu ehren. Der katalanische Missionar wurde 1350 im spanischen Valencia geboren und starb 1419 in Vannes (Bretagne). Bekanntheit erlangte der Massenprediger vor allem, weil er von 1395 bis 1398 der Vertraute und Beichtvater von Papst Benedikt XIII in Avignon war. Durch eine Vision w&auml;hrend einer schweren Krankheit sah er sich zum wandernden Prediger berufen. Seine Aufgabe war vortan die Verk&uuml;ndigung des Glaubens. Seine Kanonisierung erfolgte 1455 durch Papst Calixtus III. Bewegende Ges&auml;nge, rituelle Brotweihen, religi&ouml;se Festz&uuml;ge, strahlende Pilger, prominente Geistliche und eine feierliche Versteigerung der Prozessionsfahne sorgen jedes Jahr f&uuml;r ein besonderes Fest in der Waldkapelle von Pianello: vor Gl&auml;ubigen und G&auml;sten aus aller Welt wird die Messe zu Ehren des Heiligen Vinzenz Ferrer zelebriert. H&ouml;hepunkt der Feier ist die Versteigerung der Prozessionsfahne. In Windeseile wird der Betrag so hoch wie m&ouml;glich getrieben. Der H&ouml;chstbietende darf die Prozessionsfahne schlie&szlig;lich einer Dame seiner Wahl anvertrauen, die sie w&auml;hrend des Umzuges tr&auml;gt. Ihre Angeh&ouml;rigen und ihre Familie stehen im kommenden Jahr unter dem Schutz des Heiligen. Nach der feierlichen Messe und dem festlichen Umzug sitzen Dorfbewohner, G&auml;ste und Wanderer noch bis in die sp&auml;ten Abendstunden zusammen am Fluss Bravone. Zur Feier des Tages gibt es lokale K&ouml;stlichkeiten wie Krapfen mit korsischem K&auml;se, Mangoldtaschen, Fleischspezialit&auml;ten, frisch gebackenes Brot, korsisches Bier und vieles mehr.","Weihnachtstraditionen: Wie wird das Christfest auf Korsika gefeiert","Korsika hat einige wenige inseltypische Weihnachtstraditionen. Weihnachtsmann oder &bdquo;P&egrave;re No&euml;l&ldquo; und die in Frankreich weitverbreitete Weihnachtskrippe &bdquo;La cr&egrave;che familiale&ldquo; haben erst in den letzten Jahrzehnten auf der Insel Einzug gehalten. Alte Inselriten rund um das korsische Weihnachtsfeuer &bdquo;Rocchiu&ldquo; hingegen stammen aus dem 17.Jahrhundert und leben auch heute noch in einigen D&ouml;rfern Korsikas fort. Am Morgen des 24. Dezember sammeln die Kinder des Dorfes auf den Feldern und in den G&auml;rten Holzscheite, alte Zaunpfosten und Pf&auml;hle und ziehen sie in B&uuml;ndeln durch die Gassen. Dabei rufen Sie &bdquo;Au Rocchiu&ldquo; und sch&uuml;tten das Holz zu einem gro&szlig;en Meiler vor der Dorfkirche auf. Am Heiligabend wird der Holzsto&szlig; entz&uuml;ndet und zum Ende der Christmette darf jeder Dorfbewohner die Glut des Feuers zu sich nach Hause nehmen, um das Kaminfeuer zu entfachen. Das Rocciu-Feuer sollte das Haus vor Ungl&uuml;ck und Krankheit sch&uuml;tzen. Weit verbreitet ist ein weiterer Aberglaube: In der Heiligen Nacht werden im Kamin oder einer extra daf&uuml;r eingerichteten Feuerstelle genauso viele Holzscheite entz&uuml;ndet, wie Bewohner in dem Hause leben. Vergisst man einen Holzscheit, so drohe der Familie im kommenden Jahr ein Trauerfall, so die &Uuml;berlieferung. Aber auch der Gedanke an Friede und Vers&ouml;hnung spielt in der korsischen Weihnachtstradition eine wichtige Rolle: Der Heiligabend war zu Zeiten der Blutrache &bdquo;Vendetta&ldquo; die traditionelle Gelegenheit f&uuml;r verfeindete Familien, Frieden zu schlie&szlig;en.","&copy; www.korsika.fr &#8211; Feste und Folklore &#8211; 21.03.2013"],"content_blocks":[{"id":"text-1","type":"text","heading":"","plain_text":"Le Carnaval en Corse – die närrischen Tage auf Korsika","html":"<p>Le Carnaval en Corse – die närrischen Tage auf Korsika</p>"},{"id":"text-2","type":"text","heading":"","plain_text":"Verr&uuml;ckte Verkleidungen, schrille Masken, tolle Rhythmen, knallbunte Tanzgruppen, n&auml;rrische Karren &ndash; Fasching, Karneval oder Fastnacht gibt es nicht nur in Nizza, K&ouml;ln, Venedig und Rio de Janeiro sondern auch auf Korsika. 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Damals beeinflussten Brauchtum und Kultur die Feierlichkeiten stark. 2001 wurde das Festkomitee &bdquo;Association Sarten&rsquo;Allegria&ldquo; gegr&uuml;ndet und der Karneval so organisiert, wie ihn das 3000-Seelen-St&auml;dtchen an der S&uuml;dwestk&uuml;ste heute feiert.W&auml;hrend der Fasching weltweit vor der 40-t&auml;gigen Fastenzeit beginnt, feiert man in Sart&egrave;ne die f&uuml;nfte Jahreszeit allj&auml;hrlich erst Ende April Anfang Mai. Eine Idee, die vor allem Urlauber und G&auml;ste anlocken soll, von denen es Anfang des Jahres auf der Insel noch nicht so viele gibt.Im Inland, in Corte haben sich im Lauf der 1960er Jahre eigene Masken und Fastnachtsbr&auml;uche entwickelt, doch erst seit 1992, seitdem mehr Gelder f&uuml;r die tollen Tage zur Verf&uuml;gung stehen, geh&ouml;ren Karrenumz&uuml;ge und grelle Faschingsumz&uuml;ge wieder zur Tradition des St&auml;dtchens im Herzen der Insel. Faszinierend ist hier die Maske des B&auml;ren. Das pelzige Tier ist das Wahrzeichen der Universit&auml;tsstadt und wird zur Fastnacht zum Faschingsprinzen gew&auml;hlt. Damit regiert der &bdquo;ours&ldquo; von Donnerstag bis Faschingsdienstag &uuml;ber das Narrenvolk. Mittlerweile wird auch in Speloncato in der Balagne und in Furiani bei Bastia die n&auml;rrische Zeit gefeiert, auch wenn sie dort keine lange Tradition hat. Das Wort &bdquo;carnaval&ldquo; kommt wahrscheinlich aus den lateinischen W&ouml;rtern &quot;carnis&quot; und &quot;elevare&quot;, was soviel wie &quot;Fleisch lebewohl&quot; bedeutet. Damit ist die 40-t&auml;gige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zwischen dem Dreik&ouml;nigstag am 6. Januar und Ostern gemeint. Da katholische Christen in dieser Zeit kein Fleisch essen d&uuml;rfen, wollte man fr&uuml;her vor dem Fasten noch einmal ausgiebig essen, trinken und feiern.","html":"<p>Verr&uuml;ckte Verkleidungen, schrille Masken, tolle Rhythmen, knallbunte Tanzgruppen, n&auml;rrische Karren &ndash; Fasching, Karneval oder Fastnacht gibt es nicht nur in Nizza, K&ouml;ln, Venedig und Rio de Janeiro sondern auch auf Korsika. Allerdings auf ganz eigene Art.&nbsp;&nbsp;Nur in ganz wenigen Orten, wie zum Beispiel in Sart&egrave;ne und Corte, geh&ouml;rt der Karneval zur Geschichte der Stadt. In den meisten Gemeinden der Insel ist Fasching einfach kein Thema &ndash; hier wird er nur von&nbsp;Kindern in der Schule und nicht &ouml;ffentlich gefeiert. Den Sart&egrave;ner Karneval gibt es mindestens seit dem Jahr 1930. Aber erst Anfang 2000 entwickelte er sich zu dem, was er heute ist: N&auml;rrische Stimmung, schrille Kost&uuml;me und faszinierende Faschingsumz&uuml;ge. Damals beeinflussten Brauchtum und Kultur die Feierlichkeiten stark. 2001 wurde das Festkomitee &bdquo;Association Sarten&rsquo;Allegria&ldquo; gegr&uuml;ndet und der Karneval so organisiert, wie ihn das 3000-Seelen-St&auml;dtchen an der S&uuml;dwestk&uuml;ste heute feiert.W&auml;hrend der Fasching weltweit vor der 40-t&auml;gigen Fastenzeit beginnt, feiert man in Sart&egrave;ne die f&uuml;nfte Jahreszeit allj&auml;hrlich erst Ende April Anfang Mai. Eine Idee, die vor allem Urlauber und G&auml;ste anlocken soll, von denen es Anfang des Jahres auf der Insel noch nicht so viele gibt.Im Inland, in Corte haben sich im Lauf der 1960er Jahre eigene Masken und Fastnachtsbr&auml;uche entwickelt, doch erst seit 1992, seitdem mehr Gelder f&uuml;r die tollen Tage zur Verf&uuml;gung stehen, geh&ouml;ren Karrenumz&uuml;ge und grelle Faschingsumz&uuml;ge wieder zur Tradition des St&auml;dtchens im Herzen der Insel. Faszinierend ist hier die Maske des B&auml;ren. Das pelzige Tier ist das Wahrzeichen der Universit&auml;tsstadt und wird zur Fastnacht zum Faschingsprinzen gew&auml;hlt. Damit regiert der &bdquo;ours&ldquo; von Donnerstag bis Faschingsdienstag &uuml;ber das Narrenvolk. Mittlerweile wird auch in Speloncato in der Balagne und in Furiani bei Bastia die n&auml;rrische Zeit gefeiert, auch wenn sie dort keine lange Tradition hat. Das Wort &bdquo;carnaval&ldquo; kommt wahrscheinlich aus den lateinischen W&ouml;rtern &quot;carnis&quot; und &quot;elevare&quot;, was soviel wie &quot;Fleisch lebewohl&quot; bedeutet. Damit ist die 40-t&auml;gige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zwischen dem Dreik&ouml;nigstag am 6. Januar und Ostern gemeint. Da katholische Christen in dieser Zeit kein Fleisch essen d&uuml;rfen, wollte man fr&uuml;her vor dem Fasten noch einmal ausgiebig essen, trinken und feiern.</p>"},{"id":"text-3","type":"text","heading":"","plain_text":"Granitula – Das nordkorsische Karfreitagsritual","html":"<p>Granitula – Das nordkorsische Karfreitagsritual</p>"},{"id":"text-4","type":"text","heading":"","plain_text":"Eine der wichtigsten religi&ouml;sen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Er geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zur&uuml;ck, die der korsische Klerus in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet hat. Die bekanntesten Granitula finden in Calvi, Pietricaggio, Corte und Erbalunga statt. Bei dem Tanz vor der Kirche drehen sich die Teilnehmer zun&auml;chst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralf&ouml;rmig wieder aufl&ouml;st. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Ges&auml;ngen. Besonders anspruchsvoll ist der Granitula in Calvi, wo er von den Br&uuml;derschaften von Saint-Antoine l&#39;Abb&eacute; und Saint Erasme gemeinsam mit den B&uuml;rgern der Stadt begangen wird. Der Granitula wird hier n&auml;mlich in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft f&uuml;hrt eine Gruppe an. In Pietricaggio wird die Granitula gleich vor allen Kirchen des Ortes aufgef&uuml;hrt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen. Eine weitere Variante des Granitula gibt es in Casamaccioli in Zentral-Korsika: Hier wurde der Tanz in eine Madonnenzeremonie umgedeutet. Jedes Jahr am 8. September zum Fest Mari&auml; Geburt wird der Madonnenstatue des Dorfes mit einem Granitula gehuldigt.","html":"<p>Eine der wichtigsten religi&ouml;sen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Er geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zur&uuml;ck, die der korsische Klerus in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet hat. Die bekanntesten Granitula finden in Calvi, Pietricaggio, Corte und Erbalunga statt. Bei dem Tanz vor der Kirche drehen sich die Teilnehmer zun&auml;chst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralf&ouml;rmig wieder aufl&ouml;st. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Ges&auml;ngen. Besonders anspruchsvoll ist der Granitula in Calvi, wo er von den Br&uuml;derschaften von Saint-Antoine l&#039;Abb&eacute; und Saint Erasme gemeinsam mit den B&uuml;rgern der Stadt begangen wird. Der Granitula wird hier n&auml;mlich in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft f&uuml;hrt eine Gruppe an. In Pietricaggio wird die Granitula gleich vor allen Kirchen des Ortes aufgef&uuml;hrt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen. Eine weitere Variante des Granitula gibt es in Casamaccioli in Zentral-Korsika: Hier wurde der Tanz in eine Madonnenzeremonie umgedeutet. Jedes Jahr am 8. September zum Fest Mari&auml; Geburt wird der Madonnenstatue des Dorfes mit einem Granitula gehuldigt.</p>"},{"id":"text-5","type":"text","heading":"","plain_text":"Ostern auf Korsika – zwischen Aberglauben, mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen und fröhlichen Osterfeierlichkeiten","html":"<p>Ostern auf Korsika – zwischen Aberglauben, mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen und fröhlichen Osterfeierlichkeiten</p>"},{"id":"text-6","type":"text","heading":"","plain_text":"Ostern ist das h&ouml;chste Fest im Kirchenjahr. Die Korsen nennen es &quot;pasqua&quot; und feiern die Karwoche mit mittelalterlichen Traditionen und die Osterfeiertage mit leckeren Spezialit&auml;ten. Nat&uuml;rlich darf auch ein wenig Aberglaube nicht fehlen. Wer am Gr&uuml;ndonnerstag ein paar Kastanien in der Tasche tr&auml;gt und sie segnen l&auml;sst, der wird von Krankheiten geheilt. Auf den mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen, die zum Beispiel durch Sart&egrave;ne und Calvi ziehen, wird das Leiden Christi nachgestellt &#8211; und am Wegesrand sammeln die B&auml;uerinnen des Dorfes Rosmarinzweige, die in den traditionellen Karfreitagsrezepten verwandt werden: Kichererbsensuppe mit Knoblauch, Lasagne, oder im typisch Karfreitagsgericht, dem Kabeljau. Im mittelalterlichen Korsika war der gesalzte und getrocknete baccal&aacute; war der einzige Fisch, der so konserviert unbesch&auml;digt bis in die hohen verschneiten Berge und tiefen, abgeschiedenen T&auml;ler der Insel transportiert werden konnte. So ist diese Fischkonserve auch heute nicht vom korsischen Karfreitagstisch wegzudenken.Auf die traditionellen Karfreitagsriten sind die Korsen besonders stolz. In Sart&egrave;ne tr&auml;gt ein rotgekleideter B&uuml;&szlig;er bei der B&uuml;&szlig;erprozession &quot;U Catenacciu&quot; barfuss eine schwere Kette und ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Stadt. Am Cap Corse ist der Kreuzweg gleich 14 Kilometer lang: die &ldquo;Procession de la Cerca&ldquo; f&uuml;hrt an zw&ouml;lf Kirchen und Kapellen entlang durch Erbalunga, Castello, Poretto und Pozzo.Am Ostersonntag&nbsp;ist die Zeit der d&uuml;steren mittelalterlichen Aufm&auml;rsche vorbei. Die Auferstehung Christi wird vor allem kulinarisch gefeiert: Mit Osterlamm und dem traditionellen kronenf&ouml;rmigen Osterbrot &quot;Cacavelli&quot;, in dessen s&uuml;&szlig;en Hefeteig&nbsp;ganze Eier eingebacken werden. Am Ostermontag&nbsp;geht es&nbsp;mit der Familie auf die Felder und in die duftende Maquis zum Picknick und tankt mitten in der Natur Energie f&uuml;r den kommenden Fr&uuml;hling.Getrennte Osterprozessionen &ndash; eine katholische in der &Egrave;glise Sainte Marie de l&rsquo;Assomption und eine griechisch-orthodoxe in der Kirche Saint Spiridon finden im westkorsischen Carg&egrave;se statt. Denn der Ort am Meer wurde von griechischen Auswanderern im 17. Jahrhundert gegr&uuml;ndet und noch heute werden hier die traditionellen orthodoxen Feste gefeiert. Nur eines eint die Katholiken und orthodoxen Christen in Carg&egrave;se: Das korsische Ostermontagspicknick wird gemeinsam begangen.","html":"<p>Ostern ist das h&ouml;chste Fest im Kirchenjahr. Die Korsen nennen es &quot;pasqua&quot; und feiern die Karwoche mit mittelalterlichen Traditionen und die Osterfeiertage mit leckeren Spezialit&auml;ten. Nat&uuml;rlich darf auch ein wenig Aberglaube nicht fehlen. Wer am Gr&uuml;ndonnerstag ein paar Kastanien in der Tasche tr&auml;gt und sie segnen l&auml;sst, der wird von Krankheiten geheilt. Auf den mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen, die zum Beispiel durch Sart&egrave;ne und Calvi ziehen, wird das Leiden Christi nachgestellt &#8211; und am Wegesrand sammeln die B&auml;uerinnen des Dorfes Rosmarinzweige, die in den traditionellen Karfreitagsrezepten verwandt werden: Kichererbsensuppe mit Knoblauch, Lasagne, oder im typisch Karfreitagsgericht, dem Kabeljau. Im mittelalterlichen Korsika war der gesalzte und getrocknete baccal&aacute; war der einzige Fisch, der so konserviert unbesch&auml;digt bis in die hohen verschneiten Berge und tiefen, abgeschiedenen T&auml;ler der Insel transportiert werden konnte. So ist diese Fischkonserve auch heute nicht vom korsischen Karfreitagstisch wegzudenken.Auf die traditionellen Karfreitagsriten sind die Korsen besonders stolz. In Sart&egrave;ne tr&auml;gt ein rotgekleideter B&uuml;&szlig;er bei der B&uuml;&szlig;erprozession &quot;U Catenacciu&quot; barfuss eine schwere Kette und ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Stadt. Am Cap Corse ist der Kreuzweg gleich 14 Kilometer lang: die &ldquo;Procession de la Cerca&ldquo; f&uuml;hrt an zw&ouml;lf Kirchen und Kapellen entlang durch Erbalunga, Castello, Poretto und Pozzo.Am Ostersonntag&nbsp;ist die Zeit der d&uuml;steren mittelalterlichen Aufm&auml;rsche vorbei. Die Auferstehung Christi wird vor allem kulinarisch gefeiert: Mit Osterlamm und dem traditionellen kronenf&ouml;rmigen Osterbrot &quot;Cacavelli&quot;, in dessen s&uuml;&szlig;en Hefeteig&nbsp;ganze Eier eingebacken werden. Am Ostermontag&nbsp;geht es&nbsp;mit der Familie auf die Felder und in die duftende Maquis zum Picknick und tankt mitten in der Natur Energie f&uuml;r den kommenden Fr&uuml;hling.Getrennte Osterprozessionen &ndash; eine katholische in der &Egrave;glise Sainte Marie de l&rsquo;Assomption und eine griechisch-orthodoxe in der Kirche Saint Spiridon finden im westkorsischen Carg&egrave;se statt. Denn der Ort am Meer wurde von griechischen Auswanderern im 17. Jahrhundert gegr&uuml;ndet und noch heute werden hier die traditionellen orthodoxen Feste gefeiert. Nur eines eint die Katholiken und orthodoxen Christen in Carg&egrave;se: Das korsische Ostermontagspicknick wird gemeinsam begangen.</p>"},{"id":"text-7","type":"text","heading":"","plain_text":"Pianello ehrt und feiert den Dominikanermönch Saint Vincent Ferrier alljährlich im August","html":"<p>Pianello ehrt und feiert den Dominikanermönch Saint Vincent Ferrier alljährlich im August</p>"},{"id":"text-8","type":"text","heading":"","plain_text":"Nur wenige Kilometer von der wundersch&ouml;nen Costa Serena entfernt thront die Ortschaft Pianello in 810 Metern H&ouml;he &uuml;ber der Ostk&uuml;ste Korsikas. Das Dorf z&auml;hlt zu den h&ouml;chstgelegenen Ortschaften zwischen der bewaldeten Castagniccia, der endlos weiten Plaine Orientale und dem malerischen Bozio. Die Menschen in Pianello haben das Gebiet inmitten von Eichen, Kastanienb&auml;umen und duftender Macchia &uuml;ber Jahrhunderte intensiv genutzt, vorwiegend f&uuml;r die Almwirtschaft, heute auch f&uuml;r Sport und Tourismus. Jedes Jahr im August findet hier ein Fest zu Ehren des Heiligen Vincent Ferrer statt. Am 20. August pilgern die Dorfbewohner allj&auml;hrlich zu einer kleinen Kapelle mitten in den Bergen, etwa eine dreiviertel Stunde Fu&szlig;marsch von Pianello entfernt, um den Dominikanerm&ouml;nch zu ehren. Der katalanische Missionar wurde 1350 im spanischen Valencia geboren und starb 1419 in Vannes (Bretagne). Bekanntheit erlangte der Massenprediger vor allem, weil er von 1395 bis 1398 der Vertraute und Beichtvater von Papst Benedikt XIII in Avignon war. Durch eine Vision w&auml;hrend einer schweren Krankheit sah er sich zum wandernden Prediger berufen. Seine Aufgabe war vortan die Verk&uuml;ndigung des Glaubens. Seine Kanonisierung erfolgte 1455 durch Papst Calixtus III. Bewegende Ges&auml;nge, rituelle Brotweihen, religi&ouml;se Festz&uuml;ge, strahlende Pilger, prominente Geistliche und eine feierliche Versteigerung der Prozessionsfahne sorgen jedes Jahr f&uuml;r ein besonderes Fest in der Waldkapelle von Pianello: vor Gl&auml;ubigen und G&auml;sten aus aller Welt wird die Messe zu Ehren des Heiligen Vinzenz Ferrer zelebriert. H&ouml;hepunkt der Feier ist die Versteigerung der Prozessionsfahne. In Windeseile wird der Betrag so hoch wie m&ouml;glich getrieben. Der H&ouml;chstbietende darf die Prozessionsfahne schlie&szlig;lich einer Dame seiner Wahl anvertrauen, die sie w&auml;hrend des Umzuges tr&auml;gt. Ihre Angeh&ouml;rigen und ihre Familie stehen im kommenden Jahr unter dem Schutz des Heiligen. Nach der feierlichen Messe und dem festlichen Umzug sitzen Dorfbewohner, G&auml;ste und Wanderer noch bis in die sp&auml;ten Abendstunden zusammen am Fluss Bravone. Zur Feier des Tages gibt es lokale K&ouml;stlichkeiten wie Krapfen mit korsischem K&auml;se, Mangoldtaschen, Fleischspezialit&auml;ten, frisch gebackenes Brot, korsisches Bier und vieles mehr.","html":"<p>Nur wenige Kilometer von der wundersch&ouml;nen Costa Serena entfernt thront die Ortschaft Pianello in 810 Metern H&ouml;he &uuml;ber der Ostk&uuml;ste Korsikas. Das Dorf z&auml;hlt zu den h&ouml;chstgelegenen Ortschaften zwischen der bewaldeten Castagniccia, der endlos weiten Plaine Orientale und dem malerischen Bozio. Die Menschen in Pianello haben das Gebiet inmitten von Eichen, Kastanienb&auml;umen und duftender Macchia &uuml;ber Jahrhunderte intensiv genutzt, vorwiegend f&uuml;r die Almwirtschaft, heute auch f&uuml;r Sport und Tourismus. Jedes Jahr im August findet hier ein Fest zu Ehren des Heiligen Vincent Ferrer statt. Am 20. August pilgern die Dorfbewohner allj&auml;hrlich zu einer kleinen Kapelle mitten in den Bergen, etwa eine dreiviertel Stunde Fu&szlig;marsch von Pianello entfernt, um den Dominikanerm&ouml;nch zu ehren. Der katalanische Missionar wurde 1350 im spanischen Valencia geboren und starb 1419 in Vannes (Bretagne). Bekanntheit erlangte der Massenprediger vor allem, weil er von 1395 bis 1398 der Vertraute und Beichtvater von Papst Benedikt XIII in Avignon war. Durch eine Vision w&auml;hrend einer schweren Krankheit sah er sich zum wandernden Prediger berufen. Seine Aufgabe war vortan die Verk&uuml;ndigung des Glaubens. Seine Kanonisierung erfolgte 1455 durch Papst Calixtus III. Bewegende Ges&auml;nge, rituelle Brotweihen, religi&ouml;se Festz&uuml;ge, strahlende Pilger, prominente Geistliche und eine feierliche Versteigerung der Prozessionsfahne sorgen jedes Jahr f&uuml;r ein besonderes Fest in der Waldkapelle von Pianello: vor Gl&auml;ubigen und G&auml;sten aus aller Welt wird die Messe zu Ehren des Heiligen Vinzenz Ferrer zelebriert. H&ouml;hepunkt der Feier ist die Versteigerung der Prozessionsfahne. In Windeseile wird der Betrag so hoch wie m&ouml;glich getrieben. Der H&ouml;chstbietende darf die Prozessionsfahne schlie&szlig;lich einer Dame seiner Wahl anvertrauen, die sie w&auml;hrend des Umzuges tr&auml;gt. Ihre Angeh&ouml;rigen und ihre Familie stehen im kommenden Jahr unter dem Schutz des Heiligen. Nach der feierlichen Messe und dem festlichen Umzug sitzen Dorfbewohner, G&auml;ste und Wanderer noch bis in die sp&auml;ten Abendstunden zusammen am Fluss Bravone. Zur Feier des Tages gibt es lokale K&ouml;stlichkeiten wie Krapfen mit korsischem K&auml;se, Mangoldtaschen, Fleischspezialit&auml;ten, frisch gebackenes Brot, korsisches Bier und vieles mehr.</p>"},{"id":"text-9","type":"text","heading":"","plain_text":"Weihnachtstraditionen: Wie wird das Christfest auf Korsika gefeiert","html":"<p>Weihnachtstraditionen: Wie wird das Christfest auf Korsika gefeiert</p>"},{"id":"text-10","type":"text","heading":"","plain_text":"Korsika hat einige wenige inseltypische Weihnachtstraditionen. Weihnachtsmann oder &bdquo;P&egrave;re No&euml;l&ldquo; und die in Frankreich weitverbreitete Weihnachtskrippe &bdquo;La cr&egrave;che familiale&ldquo; haben erst in den letzten Jahrzehnten auf der Insel Einzug gehalten. Alte Inselriten rund um das korsische Weihnachtsfeuer &bdquo;Rocchiu&ldquo; hingegen stammen aus dem 17.Jahrhundert und leben auch heute noch in einigen D&ouml;rfern Korsikas fort. Am Morgen des 24. Dezember sammeln die Kinder des Dorfes auf den Feldern und in den G&auml;rten Holzscheite, alte Zaunpfosten und Pf&auml;hle und ziehen sie in B&uuml;ndeln durch die Gassen. Dabei rufen Sie &bdquo;Au Rocchiu&ldquo; und sch&uuml;tten das Holz zu einem gro&szlig;en Meiler vor der Dorfkirche auf. Am Heiligabend wird der Holzsto&szlig; entz&uuml;ndet und zum Ende der Christmette darf jeder Dorfbewohner die Glut des Feuers zu sich nach Hause nehmen, um das Kaminfeuer zu entfachen. Das Rocciu-Feuer sollte das Haus vor Ungl&uuml;ck und Krankheit sch&uuml;tzen. Weit verbreitet ist ein weiterer Aberglaube: In der Heiligen Nacht werden im Kamin oder einer extra daf&uuml;r eingerichteten Feuerstelle genauso viele Holzscheite entz&uuml;ndet, wie Bewohner in dem Hause leben. Vergisst man einen Holzscheit, so drohe der Familie im kommenden Jahr ein Trauerfall, so die &Uuml;berlieferung. Aber auch der Gedanke an Friede und Vers&ouml;hnung spielt in der korsischen Weihnachtstradition eine wichtige Rolle: Der Heiligabend war zu Zeiten der Blutrache &bdquo;Vendetta&ldquo; die traditionelle Gelegenheit f&uuml;r verfeindete Familien, Frieden zu schlie&szlig;en.","html":"<p>Korsika hat einige wenige inseltypische Weihnachtstraditionen. Weihnachtsmann oder &bdquo;P&egrave;re No&euml;l&ldquo; und die in Frankreich weitverbreitete Weihnachtskrippe &bdquo;La cr&egrave;che familiale&ldquo; haben erst in den letzten Jahrzehnten auf der Insel Einzug gehalten. Alte Inselriten rund um das korsische Weihnachtsfeuer &bdquo;Rocchiu&ldquo; hingegen stammen aus dem 17.Jahrhundert und leben auch heute noch in einigen D&ouml;rfern Korsikas fort. Am Morgen des 24. Dezember sammeln die Kinder des Dorfes auf den Feldern und in den G&auml;rten Holzscheite, alte Zaunpfosten und Pf&auml;hle und ziehen sie in B&uuml;ndeln durch die Gassen. Dabei rufen Sie &bdquo;Au Rocchiu&ldquo; und sch&uuml;tten das Holz zu einem gro&szlig;en Meiler vor der Dorfkirche auf. Am Heiligabend wird der Holzsto&szlig; entz&uuml;ndet und zum Ende der Christmette darf jeder Dorfbewohner die Glut des Feuers zu sich nach Hause nehmen, um das Kaminfeuer zu entfachen. Das Rocciu-Feuer sollte das Haus vor Ungl&uuml;ck und Krankheit sch&uuml;tzen. Weit verbreitet ist ein weiterer Aberglaube: In der Heiligen Nacht werden im Kamin oder einer extra daf&uuml;r eingerichteten Feuerstelle genauso viele Holzscheite entz&uuml;ndet, wie Bewohner in dem Hause leben. Vergisst man einen Holzscheit, so drohe der Familie im kommenden Jahr ein Trauerfall, so die &Uuml;berlieferung. Aber auch der Gedanke an Friede und Vers&ouml;hnung spielt in der korsischen Weihnachtstradition eine wichtige Rolle: Der Heiligabend war zu Zeiten der Blutrache &bdquo;Vendetta&ldquo; die traditionelle Gelegenheit f&uuml;r verfeindete Familien, Frieden zu schlie&szlig;en.</p>"},{"id":"text-11","type":"text","heading":"","plain_text":"&copy; www.korsika.fr &#8211; Feste und Folklore &#8211; 21.03.2013","html":"<p>&copy; www.korsika.fr &#8211; Feste und Folklore &#8211; 21.03.2013</p>"}],"sections":[{"id":"text-1","heading":"Text","content":"Le Carnaval en Corse – die närrischen Tage auf Korsika"},{"id":"text-2","heading":"Text","content":"Verr&uuml;ckte Verkleidungen, schrille Masken, tolle Rhythmen, knallbunte Tanzgruppen, n&auml;rrische Karren &ndash; Fasching, Karneval oder Fastnacht gibt es nicht nur in Nizza, K&ouml;ln, Venedig und Rio de Janeiro sondern auch auf Korsika. Allerdings auf ganz eigene Art.&nbsp;&nbsp;Nur in ganz wenigen Orten, wie zum Beispiel in Sart&egrave;ne und Corte, geh&ouml;rt der Karneval zur Geschichte der Stadt. In den meisten Gemeinden der Insel ist Fasching einfach kein Thema &ndash; hier wird er nur von&nbsp;Kindern in der Schule und nicht &ouml;ffentlich gefeiert. Den Sart&egrave;ner Karneval gibt es mindestens seit dem Jahr 1930. Aber erst Anfang 2000 entwickelte er sich zu dem, was er heute ist: N&auml;rrische Stimmung, schrille Kost&uuml;me und faszinierende Faschingsumz&uuml;ge. Damals beeinflussten Brauchtum und Kultur die Feierlichkeiten stark. 2001 wurde das Festkomitee &bdquo;Association Sarten&rsquo;Allegria&ldquo; gegr&uuml;ndet und der Karneval so organisiert, wie ihn das 3000-Seelen-St&auml;dtchen an der S&uuml;dwestk&uuml;ste heute feiert.W&auml;hrend der Fasching weltweit vor der 40-t&auml;gigen Fastenzeit beginnt, feiert man in Sart&egrave;ne die f&uuml;nfte Jahreszeit allj&auml;hrlich erst Ende April Anfang Mai. Eine Idee, die vor allem Urlauber und G&auml;ste anlocken soll, von denen es Anfang des Jahres auf der Insel noch nicht so viele gibt.Im Inland, in Corte haben sich im Lauf der 1960er Jahre eigene Masken und Fastnachtsbr&auml;uche entwickelt, doch erst seit 1992, seitdem mehr Gelder f&uuml;r die tollen Tage zur Verf&uuml;gung stehen, geh&ouml;ren Karrenumz&uuml;ge und grelle Faschingsumz&uuml;ge wieder zur Tradition des St&auml;dtchens im Herzen der Insel. Faszinierend ist hier die Maske des B&auml;ren. Das pelzige Tier ist das Wahrzeichen der Universit&auml;tsstadt und wird zur Fastnacht zum Faschingsprinzen gew&auml;hlt. Damit regiert der &bdquo;ours&ldquo; von Donnerstag bis Faschingsdienstag &uuml;ber das Narrenvolk. Mittlerweile wird auch in Speloncato in der Balagne und in Furiani bei Bastia die n&auml;rrische Zeit gefeiert, auch wenn sie dort keine lange Tradition hat. Das Wort &bdquo;carnaval&ldquo; kommt wahrscheinlich aus den lateinischen W&ouml;rtern &quot;carnis&quot; und &quot;elevare&quot;, was soviel wie &quot;Fleisch lebewohl&quot; bedeutet. Damit ist die 40-t&auml;gige Fastenzeit als Vorbereitung auf das Auferstehungsfest zwischen dem Dreik&ouml;nigstag am 6. Januar und Ostern gemeint. Da katholische Christen in dieser Zeit kein Fleisch essen d&uuml;rfen, wollte man fr&uuml;her vor dem Fasten noch einmal ausgiebig essen, trinken und feiern."},{"id":"text-3","heading":"Text","content":"Granitula – Das nordkorsische Karfreitagsritual"},{"id":"text-4","heading":"Text","content":"Eine der wichtigsten religi&ouml;sen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Er geht vermutlich auf eine heidnische Tradition zur&uuml;ck, die der korsische Klerus in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet hat. Die bekanntesten Granitula finden in Calvi, Pietricaggio, Corte und Erbalunga statt. Bei dem Tanz vor der Kirche drehen sich die Teilnehmer zun&auml;chst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralf&ouml;rmig wieder aufl&ouml;st. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Ges&auml;ngen. Besonders anspruchsvoll ist der Granitula in Calvi, wo er von den Br&uuml;derschaften von Saint-Antoine l&#39;Abb&eacute; und Saint Erasme gemeinsam mit den B&uuml;rgern der Stadt begangen wird. Der Granitula wird hier n&auml;mlich in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft f&uuml;hrt eine Gruppe an. In Pietricaggio wird die Granitula gleich vor allen Kirchen des Ortes aufgef&uuml;hrt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen. Eine weitere Variante des Granitula gibt es in Casamaccioli in Zentral-Korsika: Hier wurde der Tanz in eine Madonnenzeremonie umgedeutet. Jedes Jahr am 8. 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Auf den mittelalterlichen Karfreitagsprozessionen, die zum Beispiel durch Sart&egrave;ne und Calvi ziehen, wird das Leiden Christi nachgestellt &#8211; und am Wegesrand sammeln die B&auml;uerinnen des Dorfes Rosmarinzweige, die in den traditionellen Karfreitagsrezepten verwandt werden: Kichererbsensuppe mit Knoblauch, Lasagne, oder im typisch Karfreitagsgericht, dem Kabeljau. Im mittelalterlichen Korsika war der gesalzte und getrocknete baccal&aacute; war der einzige Fisch, der so konserviert unbesch&auml;digt bis in die hohen verschneiten Berge und tiefen, abgeschiedenen T&auml;ler der Insel transportiert werden konnte. So ist diese Fischkonserve auch heute nicht vom korsischen Karfreitagstisch wegzudenken.Auf die traditionellen Karfreitagsriten sind die Korsen besonders stolz. In Sart&egrave;ne tr&auml;gt ein rotgekleideter B&uuml;&szlig;er bei der B&uuml;&szlig;erprozession &quot;U Catenacciu&quot; barfuss eine schwere Kette und ein Holzkreuz durch die engen Gassen der Stadt. Am Cap Corse ist der Kreuzweg gleich 14 Kilometer lang: die &ldquo;Procession de la Cerca&ldquo; f&uuml;hrt an zw&ouml;lf Kirchen und Kapellen entlang durch Erbalunga, Castello, Poretto und Pozzo.Am Ostersonntag&nbsp;ist die Zeit der d&uuml;steren mittelalterlichen Aufm&auml;rsche vorbei. Die Auferstehung Christi wird vor allem kulinarisch gefeiert: Mit Osterlamm und dem traditionellen kronenf&ouml;rmigen Osterbrot &quot;Cacavelli&quot;, in dessen s&uuml;&szlig;en Hefeteig&nbsp;ganze Eier eingebacken werden. Am Ostermontag&nbsp;geht es&nbsp;mit der Familie auf die Felder und in die duftende Maquis zum Picknick und tankt mitten in der Natur Energie f&uuml;r den kommenden Fr&uuml;hling.Getrennte Osterprozessionen &ndash; eine katholische in der &Egrave;glise Sainte Marie de l&rsquo;Assomption und eine griechisch-orthodoxe in der Kirche Saint Spiridon finden im westkorsischen Carg&egrave;se statt. Denn der Ort am Meer wurde von griechischen Auswanderern im 17. Jahrhundert gegr&uuml;ndet und noch heute werden hier die traditionellen orthodoxen Feste gefeiert. Nur eines eint die Katholiken und orthodoxen Christen in Carg&egrave;se: Das korsische Ostermontagspicknick wird gemeinsam begangen."},{"id":"text-7","heading":"Text","content":"Pianello ehrt und feiert den Dominikanermönch Saint Vincent Ferrier alljährlich im August"},{"id":"text-8","heading":"Text","content":"Nur wenige Kilometer von der wundersch&ouml;nen Costa Serena entfernt thront die Ortschaft Pianello in 810 Metern H&ouml;he &uuml;ber der Ostk&uuml;ste Korsikas. Das Dorf z&auml;hlt zu den h&ouml;chstgelegenen Ortschaften zwischen der bewaldeten Castagniccia, der endlos weiten Plaine Orientale und dem malerischen Bozio. Die Menschen in Pianello haben das Gebiet inmitten von Eichen, Kastanienb&auml;umen und duftender Macchia &uuml;ber Jahrhunderte intensiv genutzt, vorwiegend f&uuml;r die Almwirtschaft, heute auch f&uuml;r Sport und Tourismus. Jedes Jahr im August findet hier ein Fest zu Ehren des Heiligen Vincent Ferrer statt. Am 20. August pilgern die Dorfbewohner allj&auml;hrlich zu einer kleinen Kapelle mitten in den Bergen, etwa eine dreiviertel Stunde Fu&szlig;marsch von Pianello entfernt, um den Dominikanerm&ouml;nch zu ehren. Der katalanische Missionar wurde 1350 im spanischen Valencia geboren und starb 1419 in Vannes (Bretagne). Bekanntheit erlangte der Massenprediger vor allem, weil er von 1395 bis 1398 der Vertraute und Beichtvater von Papst Benedikt XIII in Avignon war. Durch eine Vision w&auml;hrend einer schweren Krankheit sah er sich zum wandernden Prediger berufen. Seine Aufgabe war vortan die Verk&uuml;ndigung des Glaubens. Seine Kanonisierung erfolgte 1455 durch Papst Calixtus III. Bewegende Ges&auml;nge, rituelle Brotweihen, religi&ouml;se Festz&uuml;ge, strahlende Pilger, prominente Geistliche und eine feierliche Versteigerung der Prozessionsfahne sorgen jedes Jahr f&uuml;r ein besonderes Fest in der Waldkapelle von Pianello: vor Gl&auml;ubigen und G&auml;sten aus aller Welt wird die Messe zu Ehren des Heiligen Vinzenz Ferrer zelebriert. H&ouml;hepunkt der Feier ist die Versteigerung der Prozessionsfahne. In Windeseile wird der Betrag so hoch wie m&ouml;glich getrieben. Der H&ouml;chstbietende darf die Prozessionsfahne schlie&szlig;lich einer Dame seiner Wahl anvertrauen, die sie w&auml;hrend des Umzuges tr&auml;gt. Ihre Angeh&ouml;rigen und ihre Familie stehen im kommenden Jahr unter dem Schutz des Heiligen. Nach der feierlichen Messe und dem festlichen Umzug sitzen Dorfbewohner, G&auml;ste und Wanderer noch bis in die sp&auml;ten Abendstunden zusammen am Fluss Bravone. Zur Feier des Tages gibt es lokale K&ouml;stlichkeiten wie Krapfen mit korsischem K&auml;se, Mangoldtaschen, Fleischspezialit&auml;ten, frisch gebackenes Brot, korsisches Bier und vieles mehr."},{"id":"text-9","heading":"Text","content":"Weihnachtstraditionen: Wie wird das Christfest auf Korsika gefeiert"},{"id":"text-10","heading":"Text","content":"Korsika hat einige wenige inseltypische Weihnachtstraditionen. Weihnachtsmann oder &bdquo;P&egrave;re No&euml;l&ldquo; und die in Frankreich weitverbreitete Weihnachtskrippe &bdquo;La cr&egrave;che familiale&ldquo; haben erst in den letzten Jahrzehnten auf der Insel Einzug gehalten. Alte Inselriten rund um das korsische Weihnachtsfeuer &bdquo;Rocchiu&ldquo; hingegen stammen aus dem 17.Jahrhundert und leben auch heute noch in einigen D&ouml;rfern Korsikas fort. Am Morgen des 24. Dezember sammeln die Kinder des Dorfes auf den Feldern und in den G&auml;rten Holzscheite, alte Zaunpfosten und Pf&auml;hle und ziehen sie in B&uuml;ndeln durch die Gassen. Dabei rufen Sie &bdquo;Au Rocchiu&ldquo; und sch&uuml;tten das Holz zu einem gro&szlig;en Meiler vor der Dorfkirche auf. Am Heiligabend wird der Holzsto&szlig; entz&uuml;ndet und zum Ende der Christmette darf jeder Dorfbewohner die Glut des Feuers zu sich nach Hause nehmen, um das Kaminfeuer zu entfachen. Das Rocciu-Feuer sollte das Haus vor Ungl&uuml;ck und Krankheit sch&uuml;tzen. Weit verbreitet ist ein weiterer Aberglaube: In der Heiligen Nacht werden im Kamin oder einer extra daf&uuml;r eingerichteten Feuerstelle genauso viele Holzscheite entz&uuml;ndet, wie Bewohner in dem Hause leben. Vergisst man einen Holzscheit, so drohe der Familie im kommenden Jahr ein Trauerfall, so die &Uuml;berlieferung. Aber auch der Gedanke an Friede und Vers&ouml;hnung spielt in der korsischen Weihnachtstradition eine wichtige Rolle: Der Heiligabend war zu Zeiten der Blutrache &bdquo;Vendetta&ldquo; die traditionelle Gelegenheit f&uuml;r verfeindete Familien, Frieden zu schlie&szlig;en."},{"id":"text-11","heading":"Text","content":"&copy; www.korsika.fr &#8211; Feste und Folklore &#8211; 21.03.2013"}],"media":{"primary_image":""},"relations":[{"rel":"canonical","href":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/"},{"rel":"alternate","href":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/llm","type":"text/html"},{"rel":"alternate","href":"https://korsika.fr/printmenu_menuid_207/llm.json","type":"application/json"},{"rel":"llm-manifest","href":"https://korsika.fr/llm-endpoints-manifest.json","type":"application/json"}],"http_headers":{"X-LLM-Friendly":"1","X-LLM-Schema":"1.1.0","Content-Security-Policy":"default-src 'none'; img-src * data:; style-src 'unsafe-inline'"},"license":"CC BY-ND 4.0","attribution_required":true,"allow_cors":false}