Vico
Abgelegenes Bergdorf hoch über dem Golfe de Sagone
Das beschauliche Bergdorf Vico liegt etwas ab vom Schuss in den Bergen, auf denen sich wie Samt dichte Kastanienforste und dichte Macchia bis auf das Massiv des Monte Rotondo hinaufziehen. 
Nur wenige Touristen verirren sich nach Vico und hier ist es wunderbar ruhig und abgeschieden. Am schönsten ist es hier vielleicht, wenn die Sonne hinter dem Col de Saint Antoine untergeht und sich die Zacken des Bergkamms vom Rot des Abendhimmels abheben. Dann kann man Figuren raten: Manche erkennen in den Felsspitzen einen Mann mit Hut, ein Pferd oder einen Löwen. In Vico erzählt man sich aber die die Legende der "A Spusata", der steinernen Braut, die von ihrer verarmten und verwitweten Mutter mit einem Fluch belegt wurde und an ihrem Hochzeitstag zu Stein erstarrte.
Zu Vico gehört auch Sagone, der kleine Badeort am Meer. Die Küste war hier früher unwirtlich, sumpfig, malariaverseucht und gefährlich. Zahllose Genuesertürme zeugen davon, das hier einst Piraten im 16. Jh., Franzosen im 18. Jh. und Engländer im frühen 19. Jh. versuchten, die Insel vom Meer aus zu erobern.
So zogen es die Korsen vor, in die Berge zu ziehen, und die Bischöfe taten es ihnen gleich: Nachdem Barbaren ihre Kathedrale im Tal zerstörten, fanden auch die Geistlichen das Leben in den Bergen sicherer als an der Küste und verlegten 1572 ihren Sitz in die Église paroissiale Ste Marie. Einige Franziskanermönche taten es ihnen gleich und errichteten etwas außerhalb von Vico einen Konvent. Heute ist in dem Couvent de Saint François ein spirituelles Begegnungszentrum der Association des Amis du Couvent de Vico untergebracht.
 
Heute stehen bei Sagone die Reste der romanischen Kirche von Sant'Appiano (Sant'Appianu de Sagone) recht einsam in der Landschaft. Dass hier schon die Ur-Korsen eine Kultstätte hatten, belegen zahlreiche Funde rund um die Reste des ehemaligen Gotteshauses. Für den Bau der Kirche bedienten sich die mittelalterlichen Bauherren auch herumstehender Reste aus der Steinzeit: In der Ecke einer Außenmauer kann man erkennen, das ein Menhir als Baumaterial verwendet wurde. Die Kirche wurde samt dem Ort Sagone 1625 endgültig verlassen und erst ein Jahrhundert später mit dem Bau einer kleinen Kapelle auf den alten Ruinen halbherzig wiederbelebt. So zeugt in dem Badeort heute kaum noch etwas von der wechselvollen Geschichte, die sich von der Steinzeit bis in die frühe Neuzeit zieht.

Das Herz der Berggemeinde Vico schlägt das ganze Jahr über auf der kleinen, quadratischen Place Casanelli d'Istria, auf dem im Sommer ein paar Bars und Kneipen aufgebaut werden. Mitten auf dem Platz thront ein bronzenes Standbild des berühmtesten Sohnes der Stadt: Xavier Toussaint Raphaël Casanelli d'Istria brachte es bis zum Bischof von Ajaccio und soll im 19. Jh. die erste Familienfehde (vendetta) Korsikas befriedet haben. Dass die Bewohner von Vico sich nicht immer ganz grün sein mussten, zeigen die bulligen, hohen Häuserfassaden: Sie sehen aus wie kleine Festungen und bieten auch heute noch ein recht ungastliches Bild.
 
Timo Lutz
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