Im März ist Affodill-Saison auf Korsika. Hier ein kleines Rezept für eine Salatzubereitung von Garrigue-Gourmande. Ich habe vor Jahren mal Affodillstängel roh gegessen. Sie sind saftiger und süßer als wilder Spargel, aber leichter im Geschmack.
Junge Affodillstängel mit Vinaigrette Zutaten für 4 Personen Zubereitung: 15 Minuten
20 Asphodelenstängel
1 EL mittelscharfer Senf
1 EL Balsamessig
10 EL Olivenöl
2 EL Wasser
Salz und Pfeffer
Zubereitung
Die noch zarten Asphodelenstängel kurz vor der Blütenöffnung abknicken, reinigen und ca. 5 Minuten in kochendem Wasser garen. Abkühlen lassen. Währendessen eine Vinaigrette aus den oben angegebenen Zutaten herstellen.
Die kalten Stängel anrichten und die Vinaigrette darüber träufeln und als Vorspeise servieren!
Guten Appetit!
Hinweis: Ich übernehmen keine Gewähr für das Rezept, ob es schmeckt. Ob sich das Rezept zudem mit dem Naturschutzgesetz vereinbart, ist eine andere Sache!
Asphodelus cerasiferus: Ist das eine Blume? Eine Pflanze? Ein Baum?
Der Affodill ist ein spargelartiges (Asparagales) Gewächs aus der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae), der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae) und der Gattung der Affodilla (Asphodelus).
Der Affodill ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 100 bis 200 Zentimeter erreicht und ein Rhizom (unterirdisches oder dicht über dem Boden wachsendes Sprossachsensystem) bildet. Der Blütenstand ist meist verzweigt. Die Deckblätter sind weißlich auch zart rosa. Die kugelige Kapselfrucht weist einen Durchmesser von 10 bis 20 Millimeter auf.
Die Blütezeit reicht von Mai bis August. In Europa steht diese Pflanzenart unter Naturschutz.
Der Affodill wächst überall. Diese Pflanze passt sich jeder Bodenbeschaffenheit an. Man kann sie im Strandhinterland finden, in der Maquis, aber auch in den Bergen. Oft sieht man sie auf Weidefeldern von Schafsherden, wo die noch grünen Pflanzen vor der Blüte einen starken, fast unangenehmen Geruch verbreiten (dem Katerurin ähnlich). Ihre Blüten locken dagegen Bienen mit ihrem zarten verführerischen Duft an.
Der Affodill verkörpert noch heute auf Korsika, in Griechenland und Italien eine symbolische Bedeutung. Auf Korsika werden die Blumenkolben während des Allerheiligenfestes in Olivenöl getränkt, dann angezündet und als Fackel nahe der Gräber aufgestellt. Sie haben die Eigenschaft, nicht zu verbrennen, nur zu konsumieren, d.h. wie eine Fackel zu glühen.
In den vergangenen Jahrhunderten, diente der trockene Stängel als Fackel in den Häusern, in den Hütten oder um in der Nacht zu reisen. Man benutzte ihn auch, um das Kaminfeuer anzuzünden. In der Nacht von „Saint Jean“ wurde das heilige Feuer damit entzündet. Außerdem diente er dafür Lärm zu machen, um die bösen Geister zu vertreiben.
Aus den Blättern fertigte man hingegen Matratzen und Sattel. Die Tiere fraßen das trockne Laub. In der Region von Barchetta wurde aus der einjährigen Knolle zudem Branntwein hergestellt.
Hier einige Redewendungen rund um den Affodill
– Er hat die Beine wie Asphodelenstengel (fein und wenig kräftig, Rennu).
– Ein gutes Jahr reich an Asphodelen kündigt ein gutes Jahr von Esskastanien an.(Bastelica)
– Er erkennt die Asphodelen nicht mehr (das sagte man zu einem ausgewanderten Korsen, der seine Ursprünge vergessen hat, Capi Corsu)
– Asphodelen-Feuer (entspricht einem Strohfeuer, Santu Petru di Tenda)
Nach den Forschungen des Wissenschaftlers J.H. Favre spielt der Affodill eine wichtige Rolle in der Reproduktion der Zikaden, die ihre Eier in die Stängel einlegen.
Wieder mal ein Beweis dafür, dass die Pflanze ihrer Symbolisierung aus der Mythologie (Emblem des Auflebens) zu Gute kommt, gewissermaßen, dem Aufleben der Zikaden.
Alisha McKerry ist eine junge Lokalreporterin die auf Korsika lebt und als freie Journalistin und Fotografin für lokale Magazine und Zeitschriften arbeitet. Auch leitet sie ihre Übersetzungen an internationale Medien weiter. Hier ein Ausschnitt aus ihren Aufzeichnungen, die auf wahre Begebenheiten zurückgehen …
Vorgeschichte
Um „die Einnahme des Jahrhunderts“ zu erzielen und angesichts des in diesen Jahren besonders attraktiven Gastes (Olympique Marseille hatte 1991 im Endspiel des Europapokals gestanden) hatte Bastias Präsidium beschlossen die Kapazität des Stadiums Armand-Cesari (auch unter seinem alten Namen „Stadium von Furiani“ bekannt) durch eine zusätzliche Stahlrohrtribüne um über 9.000 Plätze zu erhöhen.
Die finanziellen Erwartungen der Verantwortlichen erfüllten sich vollauf: 18.000 verkaufte Karten erbrachten eine Bruttoeinnahme von etwa 3 Mio. Francs (rund 450.000 Euro).
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion schaffte der Verein deshalb Resultate: kurz nach dem Viertelfinalspiel am 22. April 1992 wurde die uralte Tribüne, die nur 750 Sitzplätze umfasste, ohne behördliche Genehmigung abgerissen. Der Aufbau der Zusatztribüne erfolgte unter extremem Zeitdruck. Nachdem die FFF der Verschiebung des Spiels zugestimmt hatte, blieb lediglich genau eine Woche für ihre Errichtung Zeit. Arbeiten an den Fundamenten fanden nicht statt, ebenso wenig wurde die Statik der 100 m langen und bis zu 15 m hohen Konstruktion durch gegossene oder gemauerte Stützpfeiler verbessert.
Der Abend des 5. Mai 1992
Die Reihen haben sich gefüllt, die Zuschauer heizen mit Gesang und Parolen die Stimmung an. 1 ½ Stunde vor dem Halbfinale zwischen Sporting Club Bastia und Olympic Marseille ist das Stadion so gut wie voll. Einige Sitze sind noch in der Nordtribüne verfügbar. Ab 19 Uhr gewinnt die Unruhe immer mehr Überhand: Die Verantwortlichen der Sicherheit, die Feuerwehrmänner, auch Journalisten und die zahlreichen Zuschauer erklären vor der Presse, dass sie einige Bedenken haben. Gewisse Journalisten, unter denen sich Herr A. De R. (Chef des Provenzalen Sportmagazins) befindet, weigern sich auf die Tribüne zu steigen. Für diejenigen, die schon oben auf der Nordtribüne platziert sind, ist die Spannung greifbar. Herr A, Sonderkorrespondent für Radio France: „Ich befinde mich hier oben auf der Tribüne des Stadions von Furiani in der Mitte der Zuschauer. Man kann die Spieler von hier oben kaum erkennen. Das ist wie verrückt, aber die Tribüne scheint zu schwanken, man fühlt sich wie auf einem Schiff. Liebe Hörer hoffen wir, am Ende des Spiels noch hier oben zu stehen.“
Trotz der Beschwerden wird keine Entscheidung getroffen … Um 20 Uhr erscheinen die Spieler des SCB und OM auf dem Platz, um sich unter Tonnen von Beifall und Getrampel aufzuwärmen. Unter der Tribüne bemühen sich Techniker, Schrauben nachzuziehen und Bolzen zu sichern. Einige Zuschauer sind erschreckt, als sie feststellen, dass Bretter und Träger der Tribüne zu fallen drohen. „Das ist wirklich der totale Wahnsinn“, erklärte ein befragter Zuschauer, während er unter der Tribüne hindurchgeht und die Balken sieht, die sich unter dem Gewicht der Massen biegen.
Um 20 Uhr 15 gehen die Mannschaften in die Garderoben zurück. Die Tribüne wird immer unbeständiger. Manche wagen sogar nicht mehr, sich an das Geländer zu lehnen. Der Sprecher des Stadions wird von Vertretern der Sicherheit aufgefordert, die Zuschauer übers Mikrofon zu beruhigen. „Trampeln Sie bitte nicht mehr mit den Füßen!“ fordert er das Publikum auf, um zu vermeiden, dass sich einige Teile der metallischen Terrassen lösen.
Es ist 20 Uhr 20, an diesem Dienstag, dem 5. Mai 1992, als die hohe Seite der provisorischen Tribüne des Stadions einfällt und in sich selbst zusammenbricht und mehr als 2000 Personen, Zuschauer sowie Journalisten unter den Trümmern begräbt.
Das Drama ist geschehen, das Entsetzen und die Bestürzung tausender Zuschauer, die Agonie der Opfer werden im Fernsehen live übertragen. Man organisiert Erste-Hilfe-Leistungen, doch das ist nicht leicht in der wild durcheinanderlaufenden und in Panik schreienden Menschenmenge. Die Spieler helfen und beeilen sich, die unter den Trümmern liegenden Zuschauer zu befreien. Ein echter Solidaritätsschwung bemächtigt sich des Stadions von Furiani. Der Rasen wird zum improvisierten Krankenhaus. Ein Journalist vom korsischen Radiosender RCFM bezeugt: „Ich beteilige mich wie alle, ich transportiere Verletzte ab und habe eben, dank des Chefs der NOTÄRZTE, gelernt wie man Patienten intubiert.“
Um 21 Uhr 30 kommen erste Hubschrauber der Zivilsicherheit und der französische Verteidigungsminister, Herr Pierre Joxe, an. Er stellt den Katastrophenstatus in der Umgebung ab 22 Uhr aus. Dreißig Minuten später werden trotz der aktiven Rettungsmaßnahmen ein Toter und mehr als 50 Verwundete gezählt. Die Abtransportarbeiten dauern bis spät nach Mitternacht … das Stadium bleibt gespenstisch unter eine dicken Staubwolke liegen.
Am nächsten Morgen, am Mittwoch, dem 6. Mai 1992 stehen die Inselbewohner und alle Personen, die von dieser Tragödie in den Medien hören unter Schock. Man stellt sich immer wieder dieselben Fragen: Warum ist dieses Halbfinalspiel nicht rechtzeitig abgesagt worden? Warum sind nicht alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden, um die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten? Die Beerdigungen der ersten Opfer finden statt. Die Bilanz ist immer noch nicht endgültig: sie beruft sich zurzeit auf 11 Tote und mehr als 1000 Verwundete.
Am 9. Mai ist ein Schweigegedenktag, der Tag der Isula Morta angesetzt, in Erinnerung an die Opfer der Katastrophe von Furiani.
14 verantwortliche Personen werden angeklagt und zum Teil verurteilt. Bastias Klubpräsident Jean-François Filippi, trat bald nach der Katastrophe von seinen Funktionen im Verein und im Regionalverband zurück. Neun Tage vor Prozessbeginn findet er ein gewaltsames Ende: Am 26. Dezember 1994 wird er vor seinem Haus erschossen. Ob dieser Mord mit den Ereignissen des 5. Mai 1992 zusammenhängt oder dem Geschäftsmann und Kommunalpolitiker Filippi galt, konnte bis heute nicht geklärt werden …
Hoch in den Bergen
der letzte Schnee am tauen
unter Frühlingssonne wärmender Glut
Blütenvielfalt erwacht
vorbei der Winter
nun endlich ist …
die Vögelchen sie zwitschern
froh bei Tag
die Käuzchen kauzen
laut bei Nacht …
die Bienchen und Hummeln
tagsüber sich tummeln
im Farbenspiel der Nektarpracht …
Ravioloni mit Brucciu, Mangoldfüllung und PinienkernenZutaten für 4 Personen
Zutaten für den Teig
500 g Weizenmehl Typ 405
2 EL Olivenöl
2 EL Wasser
4 ganze Eier
Salz
Zutaten für die Füllung
1 Brucciu
1 Staude Mangold
1 Bund Basilikum
100 g (geröstete) Pinienkerne
3 Fleischtomaten
2 Knoblauchzehen
Salz nach Bedarf
2 Eigelb
Zutaten für die Präsentation
Gemüsebouillonwüfel
Tome Corse (oder Parmesan)
oder
Tomatensauce (Rezept siehe unten)
Zubereitung des Teiges
Das Mehl, Olivenöl, Wasser, Salz und die Eier vermischen und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Eventuell etwas mehr Öl oder Wasser beigeben, doch der Teig darf nicht kleben!
Anschließend in Folie verpackt 30 Minuten ruhen lassen, allerdings nicht im Kühlschrank!
Zubereitung der Füllung
Knoblauchzehen in Olivenöl andünsten, Mangold waschen, in feine Streifen schneiden und zirka 5 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Danach zu den angedünsteten Knoblauchzehen geben und braten bis er weich ist. Salzen und pfeffern. Basilikum entblättern, waschen, trocken tupfen und fein hacken. Tomaten waschen, trocken tupfen, die Haut der Länge nach einschneiden und zirka 3 Minuten in heißem Wasser blanchieren, bis sich die Haut ablöst. Unter kaltem Wasser abschrecken, pellen, in zirka1 cm dicke Scheiben schneiden, Kerne und Gehäuse entfernen und in Würfel schneiden.
Den Brucciu mit dem fein gehackten Basilikum, den Tomatenwürfeln, den zwei Eigelb und den anderen Zutaten verrühren und falls noch notwendig salzen und pfeffern.
Zubereitung der Ravioloni
Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und mit einem Ravioli- oder Teigtaschenformer Kreise (ca. 12 – 10 cm Durchmesser) ausstechen. Je einen gehäuften EL Füllung in die Mitte der Kreise geben. Die Teighälfte zu einer Teigtasche zuklappen, dabei vorher die Enden mit einem verquirltem Eigelb bestreichen, und gut zukleben. Danach in siedendem Salzwasser ca. 5 bis 7 Minuten kochen lassen und mit einem Schaumlöffel herausheben, gut abtropfen lassen und in einem tiefen Teller jeweils 4 Raviolone anrichten.
Mit einer stark eingekochten Gemüsebrühe übergießen sowie mit frisch geriebenem Tome Corse (korsischen Ziegenhartkäse) bestreuen und servieren. Je nach Geschmack, kann man die Raviolone auch mit einer hausgemachten Tomatensauce servieren.
Zutaten für die Tomatensauce
2 mittelgroße Zwiebeln, etwas Olivenöl, 10 entkernte, enthäutete und in Würfel geschnittene Saucentomaten (Roma), 1 Handvoll grüne, entsteinte und in Scheibchen geschnittene Oliven, 2 Knoblauchzehen, 1 Bund Basilikum sowie Salz und Pfeffer.
Zubereitung der Tomatensauce
Die Zwiebeln hacken und in dem Olivenöl anbraten. Die Tomatenstücke und die kleingeschnittenen Oliven, das entblätterte fein gehackte Basilikum dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen. Etwas einkochen lassen und auf die Raviolone geben. Mit frisch geriebenem Tome Corse überstreuen und servieren.
Canta U Populu Corsu, heißt wortgetreu „Das korsische Volk singt“Diese legendäre korsische Gruppe, die 1973 von Jean-Paul Poletti und Natale Luciani gegründet wurde, ist seit den 1970-er Jahren ein Meilenstein der wiederauflebenden, insularen Musik in korsischer Sprache.Ihre Lieder reichen von traditionellen Gesängen wie Paghjelle und Lamenti bis zu eigenen Werken, die manchmal einen starken politischen Charakter äußern, der aus ihrem nationalistischem Engagement entspringt. Doch ihre Hauptabsicht war und ist es die Werte der korsischen Sprache und Kultur zu fördern.Viele bekannte Figuren der heutigen korsischen Musikszene haben ihre Karriere mit Canta begonnen, so zum Beispiel Petru Guelfucci, Jean-Marie Pesce, Gründer der Gruppe I Chjami Aghjalesi, und Jean-François Bernardini (I Muvrini).Jean-Paul Poletti schrieb über viele Jahre lang die Texte und Musik für die Gruppe, bis er sich dann seiner Solokarriere widmete. Natale Luciani, Mitbegründer der Gruppe verstarb im Dezember 2003.Auch heute noch ist Canta U Populu Corsu ein Meilenstein der korsischen Musik, der seinen musikalischen Kampf für die Verbreitung der korsischen Musik, Sprache und Kultur weiter führt. Dafür geben sie Konzerte auf dem Festland, die nicht nur von den Festlandkorsen in großer Zahl besucht werden. So beispielsweise in Paris (2005 im Bataclan und 2006 im l’Olympia), in Marseille, Aix, aber auch im Baskenland, wo ein Livemitschnitt auf DVD, die bald erscheinen wird, aufgenommen wurde.Diskographie1975 : Eri, oghje, dumane1976 : Libertà1977 : Canti di a terra è di l’omi1978 : A strada di l’avvene1979 : Chjamu a puesia1979 : Festa zitellina1981 : Au théâtre de la ville (Live)1982 : C’hè dinù1993 : In Cantu (Best Of)1995 : Sintineddi1998 : Memoria2001 : Rinvivisce2003 : 30 anni – Giru 2003 (Live)2005 : Bataclan 20052009 : SparteDeezer Playlist mit einigen der markantesten Titel ihrer KarriereHier geht es zur Homepage von CANTA CANTA gesternCANTA heuteSintineddidi Gros_pirate
Heute möchte ich Ihnen den Text zu einem meiner Lieder vorstellen, das ich noch vor dem Roman geschrieben habe. Es heißt wie der Roman „Radighe di a speranza“ (dt. Wurzeln der Hoffnung) und behandelt dieselbe Thematik.
Zu viele Männer sind gefallenim Kampf gegen das UnrechtZu viele Brüder sind gefallenim Kampf um Gerechtigkeitim Kampf für die FreiheitZu viele Freunde sind gefallendort wo sich das Unrecht zentralisiertwerden sie Terroristen genanntZuviele Söhne sind gefallen,wir, ihre Mütter, Frauen,Schwestern, Kinder,intonieren unsere Lamenti und Vocerifür die Opfer des VerratsFrüchte, Blüten, Blättersind gefallen,der Stamm des Lebensbaumes gefällt,doch unsere vereinigten Tränen,werden zum Ozean der maltretierten Seelenunserses Volkessie werden zu Regenbewässern den fruchtbaren Bodenunserer heiligen Erde,in der noch immer die Wurzeln liegen,tief verborgen und geschütztvor der Zerstörungso werden erneut Triebe wachsenvoller stolz und voller Erhabenheitgestärkt und genährtdurch die Wurzeln der Hoffnung,gedeihendzu einem neuen Lebensbaum
Diese Romantrilogie ist an dem Ort entstanden (siehe auch meine zwei vorangehenden Posts „Das Geisterdorf bei Ghisoni und „Die Mönchssekte der Ghjuvannali“) an dem sich nach historischen Quellen ein grausames Massaker abgespielt hat. Die historische Basis ist in meine Trilogie mit eingeflossen, wurde jedoch nicht zum Kern der Handlung.Astreyah BAND I: „Die gestrandeten Töchter Eleysions“ExposéEine Gruppe von Bewohnerinnen des Planeten Eleysion strandet mit ihrem Raumschiff auf dem Planeten Terra – im Mittelmeer auf einem Hochplateau – im Herzen der Insel Korsika, ungefähr siebenhundert Jahre vor unserer Zeitrechnung.Während die Gestrandeten Ihre Suche nach einem seltenen Quarz beginnen, den sie im Herzen des anliegenden Bergmassives geortet haben, sind sie gezwungen sich eine Bleibe zu errichten. Den Quarz benötigen sie, um die beim Absturz beschädigte Steuerzentrale ihres Raumschiffes zu reparieren.Einige korsische Banditen stoßen auf die Gruppe der Außerirdischen, als sie sich auf der Flucht, gejagt von Milizen, in den Gebirgshöhen in tiefer wilder Maquis verstecken wollen.Die Banditen erliegen schnell dem Zauber der außergewöhnlichen Anmut und Schönheit der feenhaften, weiblichen Wesen. Sie bieten den flüchtigen Korsen ihren Schutz an und versprechen ihnen, ihnen mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten zu helfen. Die Banditen erklären sich ebenso bereit, hart mit anzufassen, um den Gestrandeten zu ermöglichen, sich für die notwendige Zeit hier anzusiedeln. Die beiden Banditen sammeln weitere Männer um sich. Unter anderem auch eine Gruppe der letzten Sektenmitglieder die den gehetzten «Ghjuvannali» angehören. Diese helfen ihnen in kurzer Zeit mehrere Häuser aus den Steinblöcken der nahen Steinbrüche auf einer Hochebene zu Fuße der zwei Berggipfel zu erbauen.Zu selber Zeit schicken die Außerirdischen alle unerwünschten Besucher, die auf dem Plateau in dem neuen Dorf bei ihnen ankommen und nicht mit ihnen kooperieren wollen, in die eröffnete Miene, um nach den notwendigen Quarzen suchen. Sie programmieren deren Gehirne, wodurch sie vergessen wer oder was sie vorher waren und nun zufrieden und ohne Bedenken an dem Dorfleben teilnehmen. Aber auch viele andere Bewohner des Kantons von Ghisoni gesellen sich freiwillig zu ihnen. Frauen wie Männer: Hirten, Bauern, Handwerker, Musikanten, Gaukler und Heilkundige. Menschen, die wie viele andere den derzeitigen Lehnsherren sehr fürchten, in dessen Ungnade gefallen und auf der Flucht sind.Dieser Feudalherr herrscht grausam über seine bis zu den Zähnen bewaffneten Festung und den Ländereien im Umfeld. Seit langen Jahren beutet er die armen Leute unerbittlich aus, die ihn verachtend den „tyrannischen Blutsauger Ghisonis“ nennen. So schließen sich immer mehr Menschen der neuen Kommune (Paese Nouvu) an, in der sie Freiheit, Harmonie, Frieden, Liebe und Nahrung im Übermaß finden. Dem Lehnsherrn bleibt nicht verbogen, dass mehr und mehr seiner Leute fehlen, die normalerweise seinen Hofstaat mit Diensten, Nahrung, Medikamenten und Lustbarkeiten beliefern. Die harmonische Existenz ist gefährdet, da der Lehnsherr nicht ertragen kann, das mehr als die Hälfte seines Hofstaates in den Bergen auf dem Hochplateau in der „Neuen Kommune“, wie sie genannt wird, verschollen geht. So bereitet er einen bis zu den Zähnen bewaffneten Feldzug im Überraschungsangriff gegen die Gruppe von Gestrandeten vor, um seine Leute aus der Magie dieses Ortes zu befreien …Die Fortsetzung von Band I, Band II und Band III sind in Überarbeitung
Es war Anfang März 1993, ich hatte mich mit einer Freundin auf nach Korsika gemacht, und ich beschloss, ihr das Plateau di u Coscione von Quenza aus zu zeigen, da sie es noch nicht kannte…Die Strasse bis zur Bergerie von Buchinera war frei geräumt, aber links und rechts auf den Bergen lag noch oder schon wieder Schnee, so auch auf der Piste, die durch das Coscione führte und die Hochebene war noch immer weiß zugedeckt.Die Sonne kam ab und zu durch, aber es war eher wolkig, als klar.Wir machten uns auf die Wanderung, unser Ziel war, das so genannte galaktische Tor zu durchqueren: Zwei Torpfleiler, die wir so getauft hatten, und von denen man einen ausgezeichneten Blick zum Castellu di Urnucciu hat, den wir den Sonnetempel genannt haben.Nach einer Stunde ziemlich beschwerlichen Weges, denn wir sanken tief im Schnee ein und hatten die Hosen bis zu den Knien durchgeweicht, begann ein eiskalter Wind zu wehen und es fing an zu nieseln. Meine Freundin hatte die Wanderschuhe voll von Schnee und Matsch und begann sich ernsthaft zu beschweren. Sie entschied sich, zurückzugehen, um im Auto auf mich zu warten. Sie verstand, dass dieser Marsch für mich wichtig war und was die Erinnerungen an diese alljährige Wanderung bis zu diesem Ziel für mich bedeuteten: das Geschehene zu akzeptieren. Mein Vater war im Juli desselben Jahres nach kurzer schwerer Krankheit verstorben und ich ging nun alle unsere gemeinsamen Wege ab, um sie in Zukunft alleine weiter gehen zu können.Die Hochebene Plateau di Coscione. Foto: Jean-Jacques Mattei/FlickrSie kehrte also zum Auto zurück und ich setzte meinen Pilgermarsch fort. Ich versicherte ihr, dass ich vor Anbruch der Dunkelheit zurück sei, und stakte weiter durch den hohen Schnee, bis hin zu meinem Ziel. Der Weg schien im Schnee viel länger und ich hatte mehr Zeit gebraucht als vorhergesehen. Die Sonne neigte sich fast dem Untergang zu. Nachdem ich dann endlich das „galaktische Tor“ erreicht hatte, ruhte ich mich kurz aus, machte mich aber anschliessend schnell auf den Rückweg, den Castellu d’Urnucciu vor mir, unseren Sonnentempel, der jetzt von dicken grauen Wolken umgeben war, die sich als Dunst auf die weiße Hügellandschaft niederlegte. Ich nährte mich noch ein wenig in seine Richtung um einige Fotos zu schießen, dann durchquerte ich die Ebene vor ihm, parallel zur verschneiten Piste.Die verschneite Hochebene Plateau di Coscione. Foto: Jean-Jacques Mattei/FlickrIch kam aber nur langsam voran, da hier der Schnee noch unberührt war. Ich bemühte mich zügig voran zu staksen, und nahm mir vor, wieder auf die Piste zu gelangen. Ich hatte dabei den Blick auf meine Füße gerichtet, als ich auf einmal feststellte, dass dichter Nebel aufkam, so dicht, und so schnell, dass ich nicht mehr mal meine Beine noch meine Hand vor Augen sah. Er war weißlich grau, undurchdringlich, ich konzentrierte mich, um mich zu orientieren. Ich entschied, meinen Schritten zu folgen, um dann wieder die Piste zu erreichen, doch da begann es auch noch zu schneien. So schnell fielen die Flocken, und so dicht, dass sich meine Fußstapfen schnell mit Schnee anfüllten, und die Spur in kürzester Zeit verschwommen, sprich nicht mehr sichtbar war.Ich geriet zwar nicht in Panik, aber ich lief in Kreisen, und begriff schnell, das ich jede Orientierung verloren hatte: ich sah nur grau und weiß um mich herum, meine Füße waren wie taub von der Kälte und der Feuchtigkeit, meine Hände eisig, ich wusste, dass ich nicht stehen bleiben durfte, aber auch nicht zu weit in eine falsche Richtung gehen sollte, sonst würden mich heute Nacht die Wildschweine und Füchse verspeisen…Was tut man nun in einer solchen Situation? Eine Unterschlupf suchen? Hier gab es nur große runde Steinsbrocken, kaum eine Höhle, Bäume gab es auch nicht, Buschwerk, ja, vielleicht hoch genug um sich darunter zu verstecken und auf besseres Wetter zu warten, aber für wie lange?Der Wind brauste mir eisig um die Ohren, die Schneeflocken wurden immer größer, das marschieren fiel mir immer schwerer.Ich hatte große Lust mich hinzusetzen um etwas auszuruhen, aber meine innere Stimme hielt mich an weiter zu marschieren. Der Nebel blieb dicht.Ich lief in eine Richtung, aus der ich glaubte, Plätschern eines Baches gehört zu haben und hoffte, dass dieses der Bach sei, der die Piste überquert. Doch die Enttäuschung war groß, es war ein weiteres Pozzine, in dem das Wasser vor sich hinsprudelte, aber unter dem Schnee verschwand. Ich trank ein wenig Wasser, das einen starken moosigen Geschmack hatte, aber meine trockenen Lippen befeuchtete. Und da ließ ich mich fallen, setzte mich im Schneidersitz vor dem Pozzine und blieb so eine Weile harren, um mich auszuruhen…Mir kamen und gingen wirre Gedanken. Wie oft hatte ich mir gewünscht, hier an diesem Ort für immer bleiben zu können, aber nun eine Chance hatte sich mir bisher geboten: die Heirat mit dem Hirten aus dem Nordwesten des Coscione, (siehe meine Anekdote „Fast zweimal schief gegangen„), und nun hatte ich das zweite Angebot des Schicksals: als gefrorenes Fossil unter einer dichten Schnee- und Matschdecke zu enden. Ich fühlte mich schlapp, ausgelaugt und ohne Motivation, wie schon paralysiert von der Kälte, die immer mehr in meinen Organismus kroch, scheinbar schien sie bald beim Gehirn angekommen zu sein…So musste man sich im Nichts fühlen, oder im All, nur das es dort schwarz ist, und die Schwerelosigkeit einen schweben läßt. Hier im feuchten, kalten weiß fühlte ich mich schwer…erstarrt zu einer Eisstatue…Ich fragte mich, ob mich der Hirte verflucht hatte, da ich abgelehnt hatte, sich mit seinem Sohn zu verheiraten. Mich und auch meinem Vater, der ganz plötzlich krank wurde und so schnell verstorben war, dass ich es zu diesem Zeitpunkt noch nicht begreifen konnte…Meine Gedanken wurden nun auch von einer beißenden Kälte umhüllt, und ich spürte wie mir der Kopf nach vorne überfiel.Doch scheinbar hatte mich das Knacken im Nacken wieder aufgeweckt: ich hob den Kopf und öffnete träge die Augen, ich glaubte, eine Erscheinung zu sehen, mir schien, als sähe ich zwei runde orange Lichter vor mir, die sich in meine Richtung bewegten, ein tosender Lärm erreichte meine eiskalten Ohren, und ich versuchte zu erkennen, was da scheinbar auf mich zukam.Iich erkannte die Umrisse eines Geländefahrzeuges, nun Traum oder nicht, ich erhob mich mühevoll, meine Gelenke waren wie eingefroren und ich schleppte mich in Richtung des Gefährts, dass auf einmal vor mir stehen blieb, und seine Scheinwerfer auf mich richtete.Es hatte aufgehört zu schneien, und der Nebel war ein wenig durchsichtiger geworden. Ich nährte mich dem Gefährt und stellte fest, dass es ein Geländewagen war, in dem zwei Personen saßen. Eine Tür sprang auf, und zwei Männer in Jägerkleidung schauten mich erstarrt an: «Was machen Sie denn hier, mitten im Schnee?» – «Ich war auf Wanderung, doch der Nebel hat mich erwischt und ich habe die Orientierung verloren, fahren sie zufällig zur Buchinera, ich habe dort meinen Wagen stehen und meine Freundin wartet dort auf mich! Hat sie sie geschickt um nach mir zu suchen?» – «Ah, nein, kommen sie, steigen sie ein, sicher, wir bringen sie zur Buchinera. Wir sind auf Wildschweinjagd, wir haben da ein enormes Tier erlegt, wir kommen von der Croce, aber bitte, kein Wort zu niemandem. Sie wissen doch sicher, das es hier verboten ist zu jagen? « – « Ja weiß ich, natürlich werde ich nichts sagen, und danke sehr!» – Ich kletterte in den hohen Geländewagen, ließ mir erschöpft in den Rücksitz fallen, war aber wirklich erleichtert… Ich war gerettet dank der Wilderer…Sie jagten ihren Geländewagen gekonnt über die schneebedeckten Flächen und dann stießen wir wieder auf die alte gute Piste.Kurz bevor wir an der Buchinera ankamen, entdeckten wir einige Personen auf der Piste, die sich umschauten und laut in die Stille jemanden riefen. Meine Freundin hatte anscheinend Hilfe gefunden, und nun hatten sie sich auf meine Suche gemacht.Ich bat meine Retter, anzuhalten und sie aufzunehmen. Und da gab es noch eine Überraschung, die Leute, die meine Freundin begleiteten, waren langjährige (Korsika-) Freunde von mir, die auch fast jedes Jahr auf die Insel kommen, aber schon zwei Jahre nicht mehr hier gewesen waren. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, auf einmal waren sie da! Das war alles wie in einem schlechten Alptraum, aber mit Happy End, so außergewöhnlich.Als wir sie erreichten, blieben meinen Freunden ebenso die Augen weit offen stehen: sie hatten anscheinend nicht gewusst, dass ich es bin, nach der sie suchten. Als meine Freundin sich zu Fuß auf die Suche gemacht hatte, war sie auf meine anderen Freunde gestoßen, die sich gerade auf die Wanderung machten. Sie hatte sie angeheuert, zusammen mit ihr nach mir zu suchen …Die Begrüßung war mehr als herzlich. Doch meine Freundin schimpfte auf mich ein, wie ich es wagen konnte, sie so lange im Auto allein zu lassen. Ich erzählte was mir passiert war und ich versuchte sie zu beruhigen, was noch eine Weile dauerte bis es mir gelang.Anschließend fuhren dann alle zusammen runter ins Dorf Quenza. Um die Rettung und unser Wiedersehen zu feiern, kehrten wir dann im Ort ins Restaurant ein, wärmten uns am Kaminfeuer und tranken guten Muskatwein. Auf dem Menue stand natürlich frischer Wildschweinbraten aus dem Coscione, der uns nach dieser Schockwanderung ausgezeichnet mundete.Wir hatten auch meine Retter eingeladen, aber die wollten ihr eigenes Wildschwein schnell nach Hause transportieren…Na, das war ja noch mal gut gegangen… solange mich immer mein Schutzengel begleitet, wird es wohl auch gut gehen…Herzlichst,Ihre Miluna
Liebe Leser,Heute möchte ich ihnen eine, sagen wir mal, korsische Musiklegende vorstellen, einen charismatischen Sänger, den wir viele Jahre lang auf seinen Tourneen als Zuschauer begleiteten, meistens nach einer unserer Bergwanderungen, in dem schönen wilden und archaischen Süden der Insel:Jean-Paul Poletti, Autor, Komponist und Sänger.Seit über dreißig Jahren lebt Jean Paul Poletti seine artistische und musikalische Karriere, die kaum einer anderen gleicht. Schon im Alter von 10 Jahren begann Jean Paul Musikstücke zu komponieren, die er mit seiner Gitarre begleitete. Bis 1974 bewies er sich als Meisterschüler in der berühmten Gesangsschule von Florenz, der Schola Cantorum, in den Fächern Chorleitung und Komposition.1981 begann er seine musikalische Laufbahn als eine der führenden Stimmen und Songschreiber der legendären korsischen Gruppe Canta U Populu Corsu, mit der er die Revolte eines nach Freiheit und Gerechtigkeit schreienden Volkes unterstützte. Mit Canta U Populu Corsu stand er auch auf der Bühne der berühmten Konzerthalle l’Olympia in Paris zu dem Frühlingsmusik-Festival de Bourges.Choeur Sartène – Olympia 16112007di JelbyHNNebenbei arbeitete er 1974 als Gesangslehrer im Collège Saint-Paul in Ajaccio, dann 1986 in der nationalen Musikschule zu Bastia. Zwei Jahre später wurde er als Meister der Musikgesangsschule zu Sarténe benannt, die zur selben Zeit zum Zentrum Polyphonischer Kunst der Region Korsika deklariert wurde.Viele Solokonzerte auf der Insel folgten, bei denen er seine neusten Kompositionen vorstellte. Als Meister des Einmannspektakels präsentierte er mit seiner Gitarre in der Hand seine stark emotionellen Lieder, mit seiner einmaligen, sagen wir mal, professionellen Tenorstimme, und seiner sympathischen und oft scherzhaften Art. Nur manchmal wurde er von einem Synthespieler begleitet.1987 gründete er eine Gesangsschule in Sarténe und vor etwa 15 Jahren einen Männerchor. Den spätere „Chor von Sarténe“ führt er seitdem als Dirigent und Chorleiter an und seine Tourneen bringen ihn unter anderem auf das französische Festland und nach Europa, wo er seine profanen und polyfonen Kreationen vorstellt. Bei dem Festival «Fenice» in Venedig wurde sein Chor mit einer Neufassung eines Oratoriums aus dem 17. Jahrhundert Triumph gefeiert.Poletti arbeitete weiter intensiv im Bereich der klassischen Vokalmusik und komponierte zwei Opern in korsischer Sprache, mit Costa Papadoukas, „Théodore von Neuhoff“, später die „Cantata Corsica“ nach dem Vorbild der italienischen Kantate.Mit diesem Werk wurde er in die prestigereiche «Royal Academy of Music» in London als Ehrenmitglied aufgenommen. Seine Komposition „Messa Sulenna“ wurde 2002 in der Oper von Lyon präsentiert und erntete großen Erfolg.Etwa zur selben Zeit wurde er mit dem Preis der «Académie du Disque» 1989 für seine Kompostion „le Roi de Pierre“ (der König der Steine) ausgezeichnet. Er nahm wie auch seine Kolleginnen Patrizia Poli und Patrizia Gatacecca, an den Kreationen der Gruppe „les Nouvelles Polyphonies Corses“ teil und erntete einen enormen Erfolg und Anerkennung, vor allen Dingen 1992 bei der Eröffnungszeremonie der Olymischen Spiele von Albertville, bei der die Gruppe mit ihrem polyphonen modernen Gesang (Giramondu) ihr Debüt gab.Heute kann man Jean Paul Poletti und seinem Chor im Sommer meist in Kirchen auf der ganzen Insel bestaunen, und auch wenn man nicht unbedingt Fan von weltlicher Musik ist, ist es ein einmaliges Erlebnis, ein Spektakel aus dem Zusammenspiel mystischer Stimmgestaltung!Seine älteren Lieder und Meisterwerke gibt es noch in Plattenläden zu kaufen, und natürlich im Internet findet man Videos alter und neuer Aufnahmen, Hörbeispiele und Downloads.Eins seiner schönsten Lieder für meinen Geschmack ist Mal’cunciliu, und Alcudina…Hier noch ein paar Linktipps:Jean-Paul Poletti: Das Album Messa SulennaLink zu einigen OriginaltextenJean-Paul Poletti – Album mit korsischen profanen Gesängen, u.a. auch AlcudinaHerzlichst,Ihre MilunaHier der Originaltext und meine Übersetzung von Mal’cunciliu(“Uralter verkrüppelter und vom Blitz entstellter Kastanienbaum”)Mal’cunciliu Tù sì l’àlburu di lumeÈ ne veni da luntanuTù sì lu tonu è lu fiumeÈ Lesia chì canta pianuTù sì l’errante d’amoreChì camina in la muntagnaTù sì l’omu chì si moreQuandu fala l’ombra pagnaÈ quandu a notte ti portaE voce di TorremortaÈ chì u cantu di l’ondaColla da a terra prufonda.Tù sì l’àlburu di sognuScurticatu da lu ventuTù sì ànghjulu o demoniuA carezza o lu spaventu.Tù sì gioia o duloreMa cun tè mi maravigliuSò natu in lu to furoreMal’cunciliuMal’cunciliu – Uralter verkrüppelter und vom Blitz entstellter KastanienbaumDu bist der Baum des LichtesUnd deine Ursprünge kommen von FernDu bist wie der Donner und der FlussUnd Lesia,singt in deinem Schatteneine sanfte Melodievon den Irrewegen der Liebe… welche in die Berge führen…Du bist wie der Menschdem sich sein Leben zu Ende neigtWenn sich dichter Nebel niederlässtund die Nacht ihn davonträgtund der Gesang der Wellendie das gesegnete Land überspülenDu bist der Baum der Träumeentblättert vom SturmDu bist Engel wie DämonDie bist Schönheit wiedas Unheimliche in PersonDu bist Glück wie Schmerzaber in deiner Nähefühle ich michwie im siebtem Himmelunter deinem Zornbin ich geborenoh du Mal’cunciliuÜbersetzung by Miluna Tuani
Das Hochplateau von Coscione ist die größte Hochebene der Insel und besteht aus einer Reihe von mittelhohen Bergen und Hügeln, bewachsen mit Buchen, Tannen und Erlen und einem Klima verhältnismäßig wolkig, feucht und kühlen Klima – man könnte meinen, hier in Sibirien zu sein. Das hüglige Relief des Plateaus mit seinen zahlreichen Quellen, Bächlein, Pozzine verleihen ihm einen einzigartigen Eindruck, wie nirgendwo anders auf der Insel.
Die Pozzine genannten Bächlein durchziehen die Hochebene von Coscione Das Coscione hat eine Gesamtfläche von 11228 Hektar, eine liegt an der niedrigsten Stelle auf 430 m und eine maximale Höhe von 2134 m.Die Westseite des Bavella-Massivs schließt zusammen mit der Erhebung des Punta Di u Fornellu im Osten diese Zone ab, die an den Monte Alcudina und an das Tal von Asinao, in sanftem grünen Hügelland grenzt.Der Monte Alcudina ist mit 2.136 m die höchste Erhebung im Süden Korsikas.Vom Gipfel überblickt man, gutes Wetter vorausgesetzt, fast die gesamte Bergwelt der Insel der Schönheit. Im Norden erkennt man den markanten Gipfel Paglia Orba, den mächtigen Monte Rotondo und die höchste Erhebung Korsikas, den Monte Cinto (2.706 m). Direkt im Süden liegt das Bavella-Massiv. Bei guten Sichtverhältnissen erkennt man auch die Insel Elba und das italienische Festland im Osten.
Blick auf ZicavoDas Plateau Coscione erreicht zum Beispiel von Zicavu aus: Nach dem Dorf folgt man ca. 1 1/2 km der Straße D 69 in Richtung Cozzano und biegt dann nach rechts auf die D 428 ab, bis zur Bergerie de Bassetta. (Gut geführte Gîte/Auberge bei Agnès und Toussaint) von dort, bzw. von der nahe gelegenen Kapelle San Petru, durchquert man zu Fuß diesen Teil des Coscione und kommt an den Bergeries von Cavallara (1520 m) vorbei (dort spielt meine erste Coscione-Anekdote) und in ca. drei Stunden auf gut markierten Wegen führt es zum Gipfel des Monte Alcudina. Nach etwa einer Stunde trifft man auf den anspruchsvollen Fernwanderweg GR 20, welcher Korsika in 15 Tagesetappen von Nord nach Süd durchquert.Man kann aber auch die Südseite des Coscione von Quenza aus erreichen: Man durchquert das Dorf, dann man nach rechts ab, und folgt dem Weg bis zu einer Piste. Man durchquert einen Wald, dann kommt man an dem Reitercamp «Jallicu» (auf der linken Seite) vorbei, anschließend steigt die Straße in ziemlich engen Kurven an, in Richtung der verlassenen Skistation neben der Refuge von Bucchinera, bis man in einer Mondlandschaft ankommt. Von dort nun kann man seine Wanderung in die Hochebene fortsetzen.Eine Piste durchquert dieses bizarre schöne Naturschauspiel: auf der rechten Seite sieht man nach etwa einer Stunde Wanderung das Castellu d’Urnucciu, (1745 m), eine spektakuläre vulkanartige Erhöhung, umgeben von weideartigen Hügeln und Pozzine, Bächlein, weidenden Kühen, Pferden und Schweinen.Bizarres Naturschauspiel: Die Erhebung Castellu d’Urnucciu… und wenn man der Piste weiter folgt (ca.1 h 30), kann man die Punta di Tozzarella (1748 m ) erklimmen, auf der sich die Ruinen einer ehemalige Sternwarte aus Nizza befinden; von dort oben hat man eine außergewöhnlich gute Sicht über das ganze Hochplateau (klares Wettervorausgesetzt).In der bemerkenswerten Landschaft findet man außergewöhnliche Pflanzen und eine reiche Blumenauswahl, u.a. zahlreiche Vegetationen aus alpinen Gegenden, auch endemische Arten sind dort lokalisiert, wie das zierliche Trisetum und das Trisetum Conrad, eine Art Hanfgras, der korsische Eisenhut (Aconitum corsicum) und einige Wüstenpflänzchen wie der Herniaria latifolia, die nur von der Luftfeuchtigkeit leben.Aber auch selten gewordene Tierarten kann man im Coscione ausmachen: Die einzige Hirschpopulation, die 1998 wieder eingeführt wurde, das Mufflon (127 Tiere wurden in den letzten Jahren gesichtet), aber auch die gute alte korsische Forelle tummelt sich in den Bächen des Coscione. Aber auch diverse Insekten, darunter Schmetterlinge (Papilio hospiton), Käfer und Kriechtiere, leben auf dem Hochplateau.Das Coscione ist zu jederzeit besuchbar, nur muss man wissen dass man im Winter die Refuge Bucchinera nur mit Winterausrüstung erreichen kann…und den Rest des Jahressollte man immer einen Kompass mit sich tragen, da es passieren kann, dass auf einmal dichter Nebel aufkommt, und man sich schnell verirren kann (was mir passiert ist, siehe meiner 2. Anekdote zum Coscione).Mein Aquarell U CusciuneWas mich persönlich mit dem Coscione verbindet? ganz einfach, für mich ist es das schönste Plätzchen auf dieser Insel, jedes mal wenn ich dort war, gelang es mir, mich von allem Trubel des Alltags zu befreien, schon das Durchqueren an sich war wie Tiefenmeditation, Seelenbalsam, eine Art Pellerinage, und das zu jeder Jahreszeit…Einige meiner Werke sind von diesem Ort beeinflusst, oder die Uridee ist mir vor Ort gekommen, wie u.a. meine Comicstory, «Shiwa, der Hund von den Sternen» mein Gedicht «Alcudina», und auch in meinem ersten Roman «Wie Blätter im Wind“ (in Überarbeitung, noch nicht publiziert) spielt dieser Ort eine wichtige Rolle: Realität und übernatürliche Wahrnehmungen vermischen sich bei der Protagonistin an diesem Ort, die dadurch in eine unangenehme Lage gerät, nahe der Refuge Croce und der Refuge Brassata…Vor Ort hatte ich meist eines meiner Instrumente mit, und improvisierte meditativen Gesang begleitet von meiner keltischen Harfe, die auch bei Wind noch dazu übernatürliche Resonanzen von sich gab…die ich auch aufnahm, aber leider sind die Kassetten von damals nicht mehr in abspielbaren Zustand. So bleiben einfach nur außergewöhnliche Erinnerungen…Herzlichst,Ihre MilunaHier einige Videos mit Minieindrücken vom Coscione:
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