Die korsische Schmalspurbahn im Zeitalter des TGV
Infos zu Bahnhöfen, Zügen, Abfahrtszeiten, Strecken und Geschichte der korsischen Bahn
Landkarte mit den Zugverbindungen Korsikas
Archiv korsika.fr
Den Anstoß für den Bau einer schmalspurigen Eisenbahn auf Korsika gab es Ende des 19. Jahrhunderts. Bis dahin konnte man nur mit dem Maultier oder mittels Fuhrmännern in die Küsten- und Gebirgsorte der kleinen Mittelmeerinsel reisen. So war es nicht verwunderlich, dass  man sich Gedanken über die Erreichbarkeit der zahlreichen Orte machte. 1888 war Baubeginn, doch so ganz traute man dem Bahnbau nicht: Grundbesitzer und Fuhrmänner bangten um ihren Besitz und ihre Existenz.  Zudem mussten in mühevoller Arbeit auf einer Strecke von über 230 km mehr als 30 Tunnel gegraben und 70 Brücken gebaut werden. 
Bis 1894 wurde die Hauptstrecke Bastia – Ajaccio fertiggestellt. Die Verbindung in den Südwesten der Insel ist knapp 158 km lang, passiert etwa 40 Tunnel und überquert bei Vecchio ein 140 m langes und 80 m hohes Viadukt, dessen Entwurf auf Gustave Eiffel, dem bekannten Pariser Eiffelturm-Erbauer, zurückgeht. 
Eine zweite Strecke führt von Bastia über den Knotenpunkt Ponte Leccia nach Calvi. Die Zweigstrecke wurde 1890 offiziell eröffnet. Sie ist knapp 73 km lang, durchquert zunächst das korsische Hochgebirge und führt ab L'Île-Rousse als Tramway de la Balagne in den Nordwesten der Insel nach Calvi.  
1935 weihte die damalige Eisenbahngesellschaft eine dritte Strecke entlang der Ostküste ein. Sie war knapp 152 km lang und zweigte am Knotenpunkt Casamozza von der Hauptstrecke ab und führte über imposante Brückenbauwerke in den Südosten der Insel nach Porto Vecchio. Während des Zweiten Weltkrieges wurde diese Zweigstrecke vollständig zerstört und eingestellt. Die kriegsbedingten Verluste waren beträchtlich, wurden nie ganz ausgeglichen und so blieben nur die beiden Strecken mit Knotenpunkt in Ponte  Leccia bestehen. 
Mit der steigenden Bedeutung des Autos ging das Ansehen der Bahn in den darauffolgenden Jahren immer mehr zurück. Auf Grund der Proteste der Korsen in den 1970er konnte eine Stillegung der Bahn jedoch verhindert werden. 1983 wurde die Chemins de fer de la Corse (CFC) als Tochtergesellschaft der staatlichen Société nationale des chemins de fer français (SNCF) gegründet. Allerdings reichten die erwirtschaften Überschüsse nie für eine Umrüstung auf die Normalspur aus, denn mit dem Kapital mussten Schienenwege in Schuss gehalten und der Fahrzeugpark erweitert werden. 
Wegen ihres schaukelnden und unruhigen Laufes auf den ausgefahrenen Schienen wird die Schmalspurbahn auch „U Tringihellu“, "das Züglein“, genannt. Weitere Namen unter der die Bahn bekannt ist sind Le Michelin, U Trinichellu oder Trenucciu (kleiner Zug).  
Auch heute noch werden die Schmalspurbahnen von der korsischen CFC betrieben, die seit 2012 von der SNCF unabhängig ist. Die Züge fahren täglich zwei bis vier Verbindungen: Von Bastia geht es werktags vier Mal täglich nach Ajaccio. Von Bastia nach Calvi gibt es hingegen zwei tägliche Verbindungen. Hinzu kommen zwei tägliche Verbindungen von Calvi nach Ajaccio, zahlreiche Verbindungen an Werktagen zwischen Bastia und Casamozza auf der Tramway Suburbain und die Fahrten der Tramway de Balagne zur Saison. 
Alle Fahrpläne der Korsischen Eisenbahnen gibt es auf der Website der CF-Corse
Zahlreiche Haltestellen sind nur Bedarfshalte, also unbedingt dem Fahrer rechtzeitig Bescheid geben! Fahrkarten gibt es an den Bahnhöfen und beim Fahrer (nur Bargeld, Kleingeld bereithalten!)
Andrea Behrmann
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